Negri, Cesare (gen. „Il Trombone“)

* ca. 1536 Mailand/Lombardei (Milano/I), † nach 1604 Mailand?

Tanzmeister

Neben Fabrizio Caroso zählt N. zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Tanzgeschichte (Tanz, Ballett) der ausgehenden Renaissance. Sein Wirkungskreis war Mailand, zu dieser Zeit Residenz der Statthalter der spanischen Habsburger in Oberitalien. Sein quellenmäßig belegter hoher Sozialstatus hängt vermutlich mit N.s Tätigkeit als Choreograph und Arrangeur bedeutender Feste und dynastischer Ereignisse zusammen. Von größter Bedeutung für die Tanz- und Musikgeschichte ist sein Druck Le Gratie d’Amore (Mailand 1602), der 1604 nochmals in einer unveränderten Neuauflage mit dem irreführenden Titel Nuove Inventioni di Ballo ebenfalls in Mailand herauskam. Das Werk enthält neben Tanzanweisungen insgesamt 44 Choreographien mit Musik (Lautentabulatur bzw. Mensuralnotation [Notation]) für Gesellschaftstänze, aber auch für Balli, wie sie in der frühen Oper verwendet wurden. Außerdem enthält es Hinweise auf berühmte Schüler N.s, darunter K. Rudolph II., sowie Tanzmeisterkollegen, wie sein Schüler Carlo Beccaria, der am Hof Rudophs II. tätig gewesen sein soll.

Literatur

Autorin

  • Sibylle Dahms

Letzte inhaltliche Änderung

16.5.2004

Empfohlene Zitierweise

Sibylle Dahms, Art. „Negri, Cesare (gen. „Il Trombone“)“ (16.5.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dade (abgerufen am )

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