Moratelli, Sebastiano

* ca. 1640 Noventa Vicentina/Republik Venedig (I), † August/September 1706 Heidelberg/D

Sänger und Komponist

1657 bis 1662 sang er als Altist an S. Marco und auf der Opernbühne in Venedig, 1660 wahrscheinlich in Görz (Gorizia/I) und Triest vor dem Kaiser, der sich dann für ihn interessierte; 1662 wollte er in die Münchner Hofkapelle wechseln, diente aber nach 1661 bis November 1678 in der Hofmusik der Kaiserin Witwe Eleonora II., direkt anschließend dem Kurprinzen (seit 1690 Kurfürsten) Johann Wilhelm an dessen Düsseldorfer Hof, seit spätestens 1683–1700 als Hofkapellmeister. Außerdem hatte er die Titel eines Ehrenkaplans und Geistlichen Rats. Den des kaiserlichen Kammermusikers behielt er und erhielt von 1689 bis zu seinem Tod vom Kaiser die höchste aller Musikerpensionen (900 fl jährlich). Er gehörte der Spanischen Bruderschaft an St. Michael in Wien an und wurde 1697 in die Filarmonica von Bologna/I aufgenommen.

Werke

Opern für Düsseldorf [T: G. M. Rapparini]: Didone 1688, Damone e Pithia 1694, I giochi olimpici, ovvero Che fingendo si prova un vero affetto 1694, Il fabro pittore 1695 (nur Libretti erhalten); Serenate meist für Düsseldorf, Texte meist von Rapparini (meist nur Libretti erhalten): L’Eco in Germania al Viva del Portogallo (anon.) 1687, Erminia ne’ boschi 1687, Erminia al campo 1688, Intramezzi musicali zu I Florali (Neuburg 1691), La faretra smarrita (anon.) nach 1690 (D-WINtj), Fiori da spargersi nel giorno natale di S. A. E. Serenissima Giovanni Guglielmo 1692.

Literatur

Autor

  • Herbert Seifert

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Herbert Seifert, Art. „Moratelli, Sebastiano“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001da08 (abgerufen am )

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