Mödl, Martha

* 22.3.1912 Nürnberg/D, † 17.12.2001 Stuttgart/D

Sängerin (hochdramatischer Sopran, Mezzosopran) und Schauspielerin

Begann erst im Alter von 20 Jahren mit dem Gesangsstudium in Nürnberg und Mailand, debütierte 1942 in Remscheid/D und war 1945–49 zunächst als Mezzosopranistin in Düsseldorf/D engagiert; sie entwickelte sich ab 1949 in Hamburg zur hochdramatischen Sopranistin. 1951–67 trat sie regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen auf, zuletzt wieder im Mezzo-Fach. Schon 1948 gastierte M. an der Wiener Staatsoper, mit der sie ab 1952 eng verbunden blieb und deren wieder errichtetes Haus sie 1955 als Fidelio-Leonore eröffnete (ebenso 1963 das wieder aufgebaute Münchener Nationaltheater), ab 1953 war sie auch ständiger Gast der Staatsoper in Stuttgart. Sie sang an allen großen Bühnen (u. a. in London, Mailand, Paris, New York), mehrfach auch bei den Salzburger Festspielen. M. war während ihrer fast 60-jährigen Karriere nicht zuletzt wegen ihres großen schauspielerischen Talents, das sie gelegentlich auch in Sprechtheaterproduktionen einsetzte, sehr oft am Erfolg bei UA.en von Opern zeitgenössischer Komponisten beteiligt (u. a. F. Cerha, G. v. Einem, Boris Blacher, Benjamin Britten, Aribert Reimann, Isang Yun – noch 1995 bei Giselher Klebes Gervaise Macquart).

Ehrungen

  • Österr. Kammersängerin 1956
  • Württembergische Kammersängerin 1960
  • Kulturpreis der Stadt Nürnberg 1972
  • Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1973

Schriften

Literatur

  • W. E. Schäfer, M. M. 1967
  • A. Natan, Prima donna 1962
  • K-R 1997, 2000 u. 2002
  • NGroveD 16 (2001)
  • NGroveDO 3 (1992)
  • MGG 16 (1979)
  • Riemann 1961 u. 1975
  • Kosch 2 (1960)

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Mödl, Martha“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d9da (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.