Mišek, Adolf

* 29.8.1875 Modletin/Böhmen (Modletín/CZ), † 20.10.1955 Prag

Kontrabassist, Komponist

M. erhielt ersten Musikunterricht bei seinem Vater, der als Kapellmeister tätig war. Danach studierte er 1891–94 in Wien am Konservatorium der GdM Kontrabass bei F. Simandl sowie Klavier bei F. Löwe und Harmonielehre bei R. Fuchs. Zwischenzeitlich spielte M. in der Kapelle des k. u. k. IR.s Nr. 4 Hoch- und Deutschmeister in Chotebor (Chotĕboř/CZ). 1898 wurde er von G. Mahler ins Orchester der Wiener Hofoper sowie der Wiener Philharmoniker engagiert, außerdem spielte er 1901, 1902 und 1904 bei den Bayreuther Festspielen. Ab 1909 unterrichtete M. am Neuen Wiener Konservatorium (Wiener Lehranstalten), eine angebliche Lehrtätigkeit an der Wiener MAkad. ist archivalisch nicht belegt und dürfte nicht den Tatsachen entsprechen. Daneben komponierte er verschiedene Kammermusikwerke. M. zeigte sich stets sehr heimatverbunden und leitete in Wien das Tschechische Akademische Orchester, den Tschechischen Gesangsverein sowie den Gesangsverein Tovačovsky. 1918 trat er von seinen Verpflichtungen zurück, um nach der Unabhängigkeitserklärung der Tschechoslowakei nach Prag zu gehen. 1920 wurde er Solobassist am dortigen Nationaltheater, wo er bis zu seiner Pensionierung 1934 blieb. Danach wirkte er vornehmlich als Lehrer und Komponist.

Ehrungen

  • Silberne Gesellschaftsmedaille des Konservatoriums der GdM 1894
  • C. Marxsens’sches Prämium à 60 fl zum Abschluss 1894

Werke

u. a. 3 Sonaten f. Kb. (1909–55), Konzert-Polonaise, Legende op. 3, Kleine Suite f. 2 V. u. Va.

Literatur

Autorin

  • Meike Wilfing-Albrecht

Letzte inhaltliche Änderung

20.11.2024

Empfohlene Zitierweise

Meike Wilfing-Albrecht, Art. „Mišek, Adolf“ (20.11.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003d588a (abgerufen am )

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