Studium (Klavier und Harmonielehre) am Konservatorium Klagenfurt sowie ab 1964 Germanistik und Geschichte an der Univ. Graz (Mag. phil.), zugleich Saxophon an der MAkad. Graz. 1978 Gründung des K. M.-Trios (mit E. Oberleitner [b] und Heimo Wiederhofer [dr], Letzterer zeitweilig ersetzt durch E. Bachträgl oder Gerhard Wennemuth), das bei zahlreichen Jazzfestivals auf der ganzen Welt konzertierte. 1974–2015 lehrte M. an der Jazz-Abteilung der Hochschule (heute Univ.) für Musik Graz (seit 1983 als o.Prof.), die er 1983–2000 als Institutsvorstand leitete, daneben unterrichtete er als Gast u. a. in Boston/USA, Santiago de Chile, Seattle/USA, London, Sao Paulo/BR und Bogotá. M. war einer der weltweit bekanntesten und geschätztesten Jazzmusiker aus Österreich. Er trat überdies in Solokonzerten sowie als Gastmusiker u. a. mit der ORF Big Band (Big Band), den Zagreb Festival Allstars, der KUG Bigband Graz und amerikanischen Jazzmusikern wie Art Farmer, Slide Hampton, John Lewis, Sheila Jordan, Mark Murphy und Horace Parlan sowie mit europäischen Jazzgrößen wie Albert Mangelsdorff und Bosko Petrovic auf. Mit dem später fallweise zum Quarteto bzw. Quinteto erweiterten Trio Argentina erarbeitete M. einen stark von lateinamerikanischer Musik beeinflussten persönlichen Spielstil (zeitweilige Zusammenarbeit mit dem argentinischen Tango-Akkordeonisten Dino Saluzzi), der sich u. a. dadurch auszeichnete, dass sich M. einerseits dem die Jazzsaxophonistenszene heute weltweit prägenden Einfluss John Coltranes weitgehend entzog und Latin-Elemente mit Bebop- und Avantgarde-Einflüssen, aber auch mit Einflüssen europäischer „Volksmusiken“ vermengte. Seit 1989 trat M. bevorzugt im Quartett mit F. Pauer (Klavier), Ron McClure (Bass) und wechselnden Schlagzeugern auf (Konzerttätigkeit vorwiegend im Rahmen von Jazzfestivals auf der ganzen Welt). Sein für Herbst 2019 geplantes neues Bandprojekt u. a. mit dem amerikanischen Posaunisten Luis Bonilla konnte nicht mehr umgesetzt werden.
Ehrungen
- Großer Josef Krainer Preis, Großes Goldenes Ehrenzeichen des Steiermark, Karl-Böhm-Interpretationspreis 2009
Werke
Alben Pick Up 1981; Pasando 1985; Echoes of Illyra 1986; Looking Back 1994; Linda 2001; from here to there 2002; Graz Hora Cero; In Between; Aniversario; Family Affair; Onda Alpin; Solo; Cymbal Symbols 2011; Shadows 2014; Encore 2015; Next Page 2016; Medio Azul 2019; Filmmusik (Fegefeuer 1989).
Literatur
- M. Kunzler, Jazz-Lex. 2 (2002)
- A. Melhardt, Swing That Music 2002
- https://kaernten.orf.at/stories/3000669/ (6/2019)
- http://miklin.mur.at (6/2019)
- www.discogs.com (6/2019)
- https://trauer.kleinezeitung.at/ (6/2021)
Abbildungen
Autor
- Peter Stachel
Letzte inhaltliche Änderung
17.6.2019Empfohlene Zitierweise
Peter Stachel, Art. „Miklin, Karlheinz“ (17.6.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d99b (abgerufen am )
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