Jusstudium an der Wiener Univ. (Promotion 1869); lehrte ab 1869 an der Forstakad. Mariabrunn/NÖ (seit 1938 Wien XIV), ab 1872 an der Hsch. für Bodenkultur in Wien (1883–1906 o. Prof. für Verwaltungs- und Rechtslehre; 1884/85, 1892/93 und 1905/06 Rektor); 1891–97 und 1901–07 Reichratsabgeordneter der Deutschen Fortschrittspartei, 1906–08 Minister für Kultus und Unterricht, 1908 Mitglied des Herrenhauses; setzte sich stark für die Land- und Forstwirtschaft ein, ebenso für das Realgymnasium, das er als dem Gymnasium gleichgestellte Mittelschule einführte. Als Unterrichtsminister spielte M. eine große Rolle bei der Verstaatlichung des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und deren Umwandlung in eine Akademie; 1912 Präsident der GdM.
Ehrungen
- Ehrenbürger von Baden 1906 und der Gottschee 1908
- Geheimer Rat 1907
- Dr. h. c. der Dt. Technischen Hsch. in Brünn 1910
- Dr. h. c. 1907 und (einziger) Ehrenprof. der Hsch. für Bodenkultur in Wien 1912
Schriften
- Arbeiten zu juristischen und landwirtschaftlichen Themen
Literatur
- ÖBL 6 (1975)
- G. Bittner, Dr. G. M., Diss. Wien 1950
- J. B. van Heerde, Staat und Kunst, Staatliche Kunstförderung 1895–1918 , 1993
- R. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der k. k. GdM in Wien 1912, 242, 246, 279
- NDB 16 (1990)
- ÖL 1995
- MGÖ 3 (1995)
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
14.3.2004Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Marchet, Gustav“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d8a7 (abgerufen am )
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