Studierte 1848 in Wien Gesang bei H. Proch, dann bei dem italienischen Tenor Giovanni Basadonna und bei G. Barth. Nach Engagements in Olmütz (1853/54) und Prag (1854–57) sang er im September 1857 am Thaliatheater in Wien den Tannhäuser (in Rich. Wagners gleichnamiger Oper). Nach Gastspielen in Brünn (1858), Hannover/D (1859), Brüssel, Nürnberg/D und Pest (Budapest) (1864) war L. 1866–73 Mitglied des Prager Provisorischen Nationaltheaters (UA von F. Smetanas Dalibor am 11.5.1868, wichtige Rolle Drátnik [Drahtbinder] von František Škroup). Ab 1861 war er Chormeister des von ihm gegründeten Gesangvereins Hlahol. 1873 zog er sich von der Bühne zurück, wurde Direktor des Nationaltheaters und eröffnete 1875 eine private Gesangsschule. L. war als Sänger (auch als Liedsänger) wie als Pädagoge bedeutend und förderte die tschechische Nationalmusik (Nationalstil).
Literatur
- ÖBL 5 (1972)
- K-R 1997
- Kosch 2 (1960)
- Wurzbach 16 (1867)
Abbildungen
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
14.3.2004Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Lukes (eig. Lukesle), Jan Ludevít“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d823 (abgerufen am )
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