Lamotte (La Motte), Franz

* 1751? (Ort?), † 7.9.1780 Den Haag/NL

Geiger und Komponist

Ein Engländer soll für seine Ausbildung gesorgt sowie den Knaben auf Konzertreisen begleitet haben, weshalb L. oft als „der junge Engländer“ bezeichnet wurde. Am 29.12.1766 trat er im Wiener Burgtheater auf. Der Wiener Hof unterstützte 1767 eine längere Konzertreise, in deren Rahmen L. u. a. in Prag auftrat, wo er ein Violinkonzert in Fis- oder in H-Dur von Bablizeck, dem Sekretär des Fürsten von Fürstenberg, vom Blatt spielte, wobei L. seine Geige einen Halbton höher gestimmt und damit die Ausführung erleichtert haben soll. Er trat auch in Leipzig/D, Padua/I, Venedig/I und Neapel/I auf. 1769 konzertierte er in Paris, wo der Geiger Giovanni Mane? Giornovichi, aus Angst zu unterliegen, L.s Vorschlag auswich, jeweils ein Werk des anderen bei einem Konzert vom Blatt zu spielen. Ab 1770/72 war er erster Violinist der Hofkapelle Maria Theresias in Wien. Auf seinen Konzertreisen trat er u. a. 1773 und 1777 bei den Pariser Concerts spirituels auf und ab 1776 in London (darunter 1777 mit A. Lidl, dieser auf dem Baryton). Wegen Schulden verhaftet, konnte er um 1780 nach Holland fliehen, starb aber bald darauf. Zeitgenössische Quellen berichten über L.s virtuose Geigentechnik. Auch W. A. Mozart lobte sein Staccato, das der Grund dafür sei, dass „die Wienner den La motte nicht vergessen“ könnten.

Werke

Violinwerke.

Literatur

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Lamotte (La Motte), Franz“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d6c7 (abgerufen am )

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