Wilhelm Heinrich: * 1823? Hamburg/D, † 29.3.1886 Wien. Cellist, Musikpädagoge.
Sowohl sein Vater Carl Friedrich (sen.) als auch sein Bruder Carl Friedrich (jun.) waren Musiker. 1850 heiratete Kupfer die spätere k.k. Hofschauspielerin Cäsarine (Caesarine, Cesarine) Kupfer-Gomansky (geb. Heigel, * 28.12.1818 Sigmaringen/D, † 1.4.1886 Wien). Diese hatte ab 1834 zahlreiche Engagements an Theatern in Augsburg/D, Budapest, Coburg-Gotha/D, Hamburg, Köln/D, Leipzig/D und Linz. 1850–53 trat sie am Theater an der Wien auf und wurde nach einem Gastspiel 1872 dauerhaft am Wiener Burgtheater engagiert, überdies war sie als Schauspiellehrerin bekannt. Kupfer war Cellist am Hamburger Thalia-Theater und ab 1860 Orchestermitglied der Wiener Hofoper sowie der Wiener Philharmoniker. Kupfer kannte J. Brahms bereits aus seiner Hamburger Zeit und war mit dessen Vater Johann Jakob befreundet. Beide trafen sich in Wien durch Kupfers musikalische Tätigkeiten wiederholt, wie 1864 bei der Aufführung von Brahms’ B-Dur Sextett op. 18 mit dem Hellmesberger-Quartett, an der sich Kupfer als zweiter Cellist beteiligte. In der Literatur wird er mitunter mit seinem Neffen William verwechselt; einige Publikationen mit der Zuordnung „W. Kupfer“ sind nicht zweifelsfrei zuzuschreiben.
Werke
Saison-Quadrille, „Neu-Oesterreicher“Polka Française, Nigger-Quadrille (alle 1879), „Das theure Vaterhaus“. Lied ohne Worte (1882).
Literatur
- Max Kalbeck: Johannes Brahms, Bd. 4, Berlin 1914, ND Tutzing 1976
- Johannes Brahms im Briefwechsel mit Joseph Joachim, Bd. 1, hrsg. von Andreas Moser Berlin 1908 (Brahms-Briefwechsel 5), ND 1974
- Christian Merlin: Die Wiener Philharmoniker, Bd. 2: Die Musiker und Musikerinnen von 1842 bis heute, Wien 2017
- Sterbebuch 1886–90 der evangelischen Pfarre Wien-Innere Stadt (Lutherische Stadtkirche), RZ 232
- Futter, Art. „Kupfer-Gomansky, Caesarine“, in: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 4/19 (1968), 361, https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_K/Kupfer-Gomansky_Caesarine_1818_1886.xml (9.9.2026)
- eigene Recherchen (Lehmannʾs Adresskalender; Family Search, www.familysearch.org; ANNO. Historische Zeitungen und Zeitschriften, www.anno.onb.ac.at)
Werke
Zwei Lieder 1876 (A-Wn, Mus.Hs.4390); Tonleitern […] für das Violoncello [1882]; Accord-Studien für das Violoncell 1887, Zwei leichte Trios 1897; Bearbeitungen: Alexandre Charles Lecocq: Giroflé-Girofla, La Fille de madame Angot 1875 (Ms., verschollen); Weihnachtslieder. Christmas-Songs 1898; [Johann] H.[einrich] Kupfer: 4. Jagdstück für Streichquartett 1898; Bernhard Romberg: Drei Sonaten op. 43; weitere verschollene Kompositionen und Bearbeitungen.
Literatur
- Max Kalbeck: Johannes Brahms, Bd. 4, Berlin 1914, ND Tutzing 1976
- Peter Clive: Brahms and His World. A Biographical Dictionary, Landham/Maryland u. a. 2006
- Johannes Brahms im Briefwechsel mit Elisabet von Herzogenberg, Bd. 2, hrsg. von Max Kalbeck 1919 (Brahms-Briefwechsel 2)
- Johannes Brahms im Briefwechsel mit Fritz Simrock, Bd. 3, hrsg. von Max Kalbeck 1912 (Brahms-Briefwechsel 11), ND 1974
- Johannes Behr: „Kopist für Schubert und Brahms: Franz Hlawaczek“, in: Brahms’ Schubert-Rezeption im Wiener Kontext. Bericht über das internationale Symposium Wien 2013, hrsg. von Otto Biba u. a., Stuttgart 2017, 107–134
- Otto Biba: „William Kupfer. Ein Hamburger Musiker im Wiener Brahms-Kreis“, in: Österreichische Musikzeitschrift 52 (1997), 41–45
- W[ilhelm] K[upfer], Ein reiches, 50-jähriges Musikerleben (zwei autobiographische Texte, A-Wgm, Briefe William Kupfer 2–3)
- Einbürgerungsprotokoll 1886–87 der Stadt Wien
- Taufbuch, Trauungsbuch u. Sterbebuch 1910–14 der evangelischen Pfarre Wien-Landstraße (Pauluskirche), RZ 197, 217
- Brief W. K. an Bote & Bock, 1.2.1875, D-B, Mus.ep. Kupfer, W. 1
- Library of Congress, Transcripts of Dramatic Musical Works in Full Score, https://guides.loc.gov/opera-transcripts/introduction (8.4.2026)
- eigene Recherchen (u. a. Lehmannʾs Adresskalender: Family Search, www.familysearch.org; ANNO. Historische Zeitungen und Zeitschriften, www.anno.onb.ac.at)
Williams Sohn
Carl Waldemar: * 8.5.1874 Wien, † nach 1943 Berlin? Musiker, Kopist, Gemeindebeamter.
Über seine Ausbildung und Jugend ist nichts bekannt. Spätestens 1908 begann Kupfer, für das Berliner Antiquariat Leo Liepmannssohn zu arbeiten. Bis 1921 kopierte er in dieser Funktion musikdramatische Werke für den Bestand der Library of Congress, Washington aus dem Archiv der GdM, der ÖNB, der Bayerischen und der Berliner Staatsbibliothek sowie der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. Er arbeitete dabei bis 1912 teilweise mit seinem Vater William zusammen. Ab spätestens 1911 lebte Kupfer im Berliner Vorort Nieder-Schönhausen (Schloßallee 42, später 30), wo er bis 1924 als privater bzw. Gemeindebeamter und 1925 bis mindestens 1943 als Musiker arbeitete.
Literatur
- Taufbuch 1874 der evangelischen Pfarre Wien-Innere Stadt (Lutherische Stadtkirche), RZ 280
- Einbürgerungsprotokoll 1886–87 der Stadt Wien
- Briefe Waldemar K. an Fritz Schnack 16.5.1911 (D-Hs, BRA.Ba9.27), 16.11.1911 (D-Hs, BRA.Ba9.28)
- Library of Congress, Transcripts of Dramatic Musical Works in Full Score, https://guides.loc.gov/opera-transcripts/introduction (9.4.2026)
- eigene Recherchen (Berliner Adreßbuch; Lehmannʾs Adresskalender; Family Search www.familysearch.org; ANNO. Historische Zeitungen und Zeitschriften, www.anno.onb.ac.at)
Autor
- Kolja Porschke
Letzte inhaltliche Änderung
8.10.2026Empfohlene Zitierweise
Kolja Porschke, Art. „Kupfer, Familie“ (8.10.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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