Der Sohn eines Totengräbers wurde vom Schullehrer Jakob Thier gefördert und studierte 1817–23 in Kremsmünster (u. a. Schüler von W. Wawra, den er an der Orgel substituiert haben soll) und hatte Kontakt mit mit Fr. Schubert. Nach einem Jahr Jusstudium in Wien (wo er noch einmal mit Fr. Schubert zusammengetroffen sein dürfte) trat er 1826 in das Stift ein, studierte 1827–31 Theologie in Linz (1831 Priester). Zunächst in der Seelsorge (Eberstalzell/OÖ, Thalheim bei Wels/OÖ) tätig, war er ab 1840 Rentmeister und 1841–47 Musikdirektor des Stiftes. Dabei leistete er sowohl organisatorisch als auch kompositorisch Hervorragendes. Zu Recht gilt er als bedeutendster Kremsmünsterer Hauskomponist des 19. Jh.s. 1839 vervollständigte er das für Maria Theresia (II) bestimmte Requiem in B-Dur (MH 838) von M. Haydn. Seine Hauptwerke sind zweifellos das achtstimmige Libera mit Bläsern (1832, s. Tbsp.) und die Totenvesper für Soli, Chor und Orchester (1834, sog. „Gunthervesper“, s. Tbsp.), die seither in Kremsmünster alljährlich bei der Feier des Stiftertages (11. Dezember) zur Aufführung gelangen. Mit A. Fuchs war er bekannt.
Ehrungen
- Ehrenmitglied des Linzer Musikvereins 1842 und des SalzburgerDom-Musik-Vereins 1845
Werke
Messen, Proprien, Lieder, Chöre, Totenvesper; Melodram Yelva oder die russische Waise; Gelegenheitskompositionen.
Literatur
- Kellner 1956
- Kellner, Profeßbuch
- Krackowizer/Berger 1931
- F. X. Müller in Chorbll. 2/10 (1947), 24
- A. Schmidt in Wr. allgemeine Musik-Ztg. 27./30.6.1846
- Wr. allgemeine Musik-Ztg. 4.9.1847, 425
Abbildungen
Hörbeispiele
Autoren
- Rudolf Flotzinger
- Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
16.2.2022Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Rudolf Flotzinger, Art. „Kronecker, P. Gunther OSB (Paul)“ (16.2.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d638 (abgerufen am )
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