Der Sohn eines Juristen war Schüler von J. Bonno, 1746/47 als Organist in Kremsmünster erfolglos, wie auch bei seiner Bewerbung um die Domorganistenstelle in Freising/D. Er war Kapellmeister im Dienste von Joseph von Sachsen-Hildburghausen in Wien, später des Herzogs Clement von Bayern in München, des Kurfürsten Clement in Köln/D sowie des Markgrafen zu Baden-Baden/D. Weitere Stationen seiner Karriere waren Bonn/D, Basel/CH und das Kloster Ottobeuren/D, in dem er sich mehrere Jahre lang aufhielt, hier Messen, Antiphonen und Theaterstücke komponierte, darunter 1766 die Oper Alceste Phaebi et Amoris Beneficio Rediviva zur Feier des 1000-jährigen Bestehens des Klosters. Darüber hinaus unterrichtete er u. a. den Komponisten P. Franz Schnitzer. Danach ging er als Musikdirektor für das Theater nach Linz, wo er zahlreiche Opern komponiert haben soll, später nach Triest. Ab 1785 war K. einige Jahre in Weimar/D Musikdirektor der Bellomo’schen Schauspieler-Gesellschaft. Danach war er in Coburg/D tätig und komponierte mehrere größere Werke, darunter eine Kanatate Die Schöpfung. Schließlich kehrte K. wieder nach Linz zurück und arbeitete als Musiklehrer (u. a. unterrichtete er F. Glöggl im Gesang), möglicherweise auch als Klavierstimmer. Zuletzt „versank er aus Mangel an Unterstützung in das tiefste Elend“ (Allgemeine musikalische Ztg. 15.4.1818, Sp. 277). Seine zahlreichen Kompositionen blieben bis auf sechs Sonaten ungedruckt.
Werke
Oratorium Die Pilgrime auf Golgatha (T: Justus Friedrich Wilhelm Zacharie); Messen und weitere Kirchenwerke; Kantaten (Die Schöpfung [T: Christian Hohnbaum] 1789, DigitalisateLübeck und Berlin); Singspiel Amor’s Zufälle; Oper Alceste Phaebi et Amoris Beneficio Rediviva; Symphonien u. a. Orch.-Werke; Sonaten; Arien.
Literatur
- Kellner 1956
- Wurzbach 13 (1865), 157
- Gerber 3 (1814)
- M. Kinter, Wissenschaftliche Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner-Orden 4 (1880), 16
- E. Bernsdorf (Hg.), Neues Universal-Lex. der Tonkunst 2 (1857)
- J. Zeidler in Bll. des Vereines für Landeskunde von NÖ Jg. XXVIII (1894), 22f
- Schilling 3 (1836), 253 [Glöggl]
- Allgemeine musikalische Ztg. 15.4.1818, Sp. 276ff
- Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 12.6.1841, [289]
- Salzburger Ztg. 26.8.1872, [1]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_Kraus (6/2025)
- https://opac.rism.info (6/2025)
Autor:innen
- Monika Kornberger
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
14.3.2004Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Monika Kornberger, Art. „Krauß (Kraus, Khrauß), Benedikt (Benedict, Benedickt)“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d5d7 (abgerufen am )
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