Kolman, Peter

* 29.5.1937 Pressburg (Bratislava), † 5.11.2022 Deutsch-Wagram/NÖ

Komponist

War als Kind jüdischer Eltern 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt (Terezín/CZ) inhaftiert. Studierte 1951–56 am Staatlichen Konservatorium Bratislava und 1956–60 an der dortigen MHsch. Komposition. War 1961–65 Redakteur im Tschechoslowakischen Rundfunk Bratislava, dann bis 1977 Leiter des Experimentalstudios (Elektroakustische und elektronische Musik). K. war 1967/68 Präsidiumsmitglied des Slowakischen Komponistenverbandes, wurde aber 1972 in Folge der Niederschlagung des Prager Frühlings ausgeschlossen. Emigrierte (Exil) 1977 nach Österreich (Staatsbürgerschaft 1979 „für außerordentliche Leistungen im Interesse der Republik Österreich“) und arbeitete als Redakteur in der Universal-Edition. Seine bei internationalen Musikfesten aufgeführten Werke verraten den Einfluss der Wiener Schule, aber (durch Einsatz von Clusters, Klangflächen und Polyrhythmik) auch der Avantgarde (G. Ligeti). K. lebte zuletzt in Deutsch-Wagram.

Werke

Orchesterwerke (Violinkonzert 1960, Vier Orchesterstücke 1963/96, Konzert für Orch. 1995); Kammermusik; elektronische Musik (D 68 1968, Poliritmica, 9 ½ 1976).

Schriften

Literatur

  • MaÖ 1997 [mit WV]
  • NGroveD 13 (2001)
  • Goertz 1994
  • Baker 1984
  • F-A 1 (1974)
  • www.kolman.at (2/2023)

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

28.2.2023

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Kolman, Peter“ (28.2.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d556 (abgerufen am )

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