Kollár, Ján (Johann)

* 29.7.1793 Mossocz/Ungarn (Mošovce/SK), † 24.1.1852 Wien

Dichter und Kulturphilosoph

Betrieb 1812–19 theologische Studien in Pressburg, Neusohl (Banska Bystrica/SK) und Jena/D (u. a. bei Heinrich Luden und Lorenz Oken). 1819 zum evangelischen Geistlichen geweiht, wurde er anschließend Prediger einer slawisch-deutschen Gemeinde in Budapest, 1849 Professor für slawische Altertumskunde an der Univ. Wien. Ursprünglich auf dem Wiener St. Marxer Friedhof begraben, überführte man seine Gebeine 1904 nach Prag. In seinen Werken (v. a. im Sonettzyklus Slávy dcera) verarbeitete K. nationale und humanitäre Elemente, aber auch viel Persönliches. In der Abhandlung Über die literarische Wechselseitigkeit zwischen den verschiedenen Stämmen und Mundarten der slawischen Nation schrieb er das Programm des romantischen, rein kulturpolitisch verstandenen Panslawismus nieder. Von Herder angeregt, legte K. auch eine Sammlung slowakischer geistlicher und weltlicher Volkslieder an, wobei er das Volkslied generell als Teil einer Nationalkultur sah.

Werke

Sonettzyklus Slávy dcera (Die Tochter des Ruhmes), mehrere Bde. 1824ff; Über die literarische Wechselseitigkeit zwischen den versch.en Stämmen und Mundarten der slawischen Nation 1837; Národnié zpievanky čili písně světské Slováků v Uhrách jak pospolitého lidu, tak i vyůšších stavů Volkslieder oder weltliche Gesänge der Slowaken in Ungarn und zwar sowohl des einfachen Volkes wie auch der höheren Stände), 2 Bde. 1834f.

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Kollár, Ján (Johann)“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d54c (abgerufen am )

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