Klezmer (Klesmer)

Jüdische Gebrauchsmusik Osteuropas (der Aschkenasim; Juden), insbesondere Hochzeits- und Festmusik, gespielt von den Klezmorim.

Sie erreichte im 19. Jh. eine Hochblüte und wurde durch die Auswanderungswellen in vielen Teilen Westeuropas und der USA verbreitet. K. ist musikalisch charakterisiert durch die verschiedensten Einflüsse, die integriert wurden und werden: Gesänge aus der Synagoge (Chasanuth), Schabbatlieder (Semirot), Melodien der Chassidim (Nigunim) aus der jüdischen Lebenswelt sowie Vieles aus der traditionellen Musik der nichtjüdischen Umgebung Osteuropas. Die verwendeten Instrumente waren Geige, Hackbrett und Bass, Klarinette und Akkordeon (Harmonika-Instrumente) wurden später integriert. Durch den Holocaust und den Stalinismus wurden sowohl die Träger dieser Tradition als auch ein Großteil des dokumentierten Materials vernichtet. In Österreich begann eine Revival-Bewegung in den 1960er Jahren (Geduldig und Thimann). Heute (2003) existiert eine Reihe von sehr unterschiedlichen K.-Ensembles, die man teils als primär traditionsbewusst (z. B. Ensemble Klesmer Wien, Budowitz, Kohelet 3, Sholem Alejchem) und teils als innovativ (Gojim, Classic Jazzmer, K. Project, 10 Saiten 1 Bogen) charakterisieren kann.

Literatur

Autorin

  • Ursula Hemetek

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Ursula Hemetek, Art. „Klezmer (Klesmer)“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00028308 (abgerufen am )

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