Erstmals am 22.9.1515 in einem Dokument anlässlich seiner Weihe zum Akolythen in Salzburg erwähnt, bleiben die weiteren Lebensdaten gering: Ort und Zeitpunkt von Diakon- und Priesterweihe sind nicht bekannt. Im September 1518 wurde K. unter den Studenten der Wiener Univ. geführt, ein Studienabschluss ist jedoch nicht nachweisbar – vermutlich wandte sich K. dem Protestantismus zu (Reformation) und musste daher die Univ. verlassen. 1527/28 ist K. in den Akten der Pfarre St. Dionysen in Bruck an der Mur erwähnt. Von K. ist ein Musiktraktat, Musica choralis, überliefert (A-Wn, Cod. Vindob. 4787), wahrscheinlich eine Vorlesungsmitschrift aus der Zeit an der Univ. Wien 1518, in dem K. die Musiktheorie am Übergang zwischen Mittelalter und Frühneuzeit zusammenfasste; K. verzichtete darin auf spekulative Ableitungen und Interpretationen und illustrierte die Regeln durch Musikbeispiele, gemäß dem Leitsatz „musica est certe canendi scientia“.
Literatur
- [Kat.] Musik i. d. St. 1980
- MGÖ 1 (1995)
- StMl 1962–66
- R. Federhofer-Königs in KmJb 43 (1960)
Autorin
- Elisabeth Th. Hilscher
Letzte inhaltliche Änderung
25.4.2003Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Khainer, Wolfgang“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d432 (abgerufen am )
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