Junk, Viktor

* 18.4.1875 Wien, † 5.4.1948 Frohnleiten/St

Germanist, Tanzwissenschaftler und Komponist

Studierte Germanistik an der Wiener Univ., promovierte dort 1899, wurde 1906 Privatdozent und 1926 tit. ao. Prof. für ältere deutsche Sprache. J., schon in seiner Jugend musikalischer Mitarbeiter von K. Kraus, war 1900–45 als Aktuar in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beschäftigt. Seine germanistischen Forschungen wurden später von intensiven Arbeiten über den Tanz und die Tanzgeschichte abgelöst. Mit seinem Handbuch des Tanzes schuf er 1930 ein grundlegendes Werk für die Tanzforschung; er konnte u. a. die Melodie des Prinz Eugen-Liedes einer älteren bayrisch-oberpfälzischen Tanzweise zuordnen. 1938–46 war er Leiter des Österreichischen Volksliedunternehmens, in seinen letzten Lebensjahren hauptsächlich als Komponist und Musikkritiker tätig. Enge Freundschaften hatte er mit Max Reger, H. Pfitzner, H. Wolf und Fr. Schmidt gepflegt, J. war auch Mitbegründer der Wiener Pfitzner- und Reger-Gemeinde und leitete Konzerte der Bachgemeinde.

Werke

4 Opern; 2 Oratorien; 1 Ballett; Orchester- und Kammermusikwerke; Klavierstücke; Chöre und Lieder.

Schriften

Literatur

  • Czeike 3 (1994)
  • ÖBL 3 (1965) [mit WV]
  • MGÖ 3 (1995)

Seine Kinder

Hilde (eig. Hildegarde Wilhelmine Adele): * 15.4.1901 Wien, † 1921. Tänzerin. Ausbildung zur Tänzerin. Tanzte 1921 im Ensemble von Gertrude Barrison.

Walter (eig. Walther Rudolf Valentin): * 14.5.1902 Wien, † 11.3.1976 Wien. Tänzer. Wirkte als Solotänzer und Ballettmeister an vielen großen Opernhäusern. Heiratete am 12.8.1937 Maria Thorwart in Frohnleiten.

Literatur

  • Taufbuch der Pfarre Landstraße-St. Rochus 1902, fol. 54

Abbildungen

Autor:innen

  • Uwe Harten
  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Monika Kornberger, Art. „Junk, Viktor“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d357 (abgerufen am )

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