Jungs Eltern waren der aus Feldkirch stammende und in Zwettl tätige Rechtsanwalt Josef Roman Reichart (1868–1931) und seine Frau, Theresa Pauline Katarina, geb. Stubenrauch (1870–1948). Sie besuchte Volks- und Hauptschule in Zwettl und erhielt dort auch ab fünf Jahren Klavierunterricht bei Therese Plechl und Anni Wacha, mit 15 wurde sie, vermutlich ebenfalls in Zwettl, Privatschülerin von A. Kirchl. Nach der Staatsprüfung in Klavier 1925 studierte Jung als außerordentliche Hörerin an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien bei L. Gombrich (Klavier) und Herta Ofner. 1942 hatte sie Privatunterricht in Klavier und Komposition bei E. Fischer, danach waren auch R. Stöhr (Harmonielehre), M. Graf (Musikgeschichte) und F. Schmidt (Komposition) ihre Lehrer, außerdem wird ein 3-jähriges Privatstudium in Gesang (Alt) und Violoncello erwähnt. Jung war über 26 Jahre lang Klavierlehrerin an der Musikschule Mäurer in Wien, erteilte daneben privaten Klavierunterricht, war Pianistin, Komponistin und freiberufliche Mitarbeiterin für die Kinderstunde von Radio Wien. Ab 1932 verfasste sie Jugendbücher, Liedertexte und Libretti für eigene Bühnenwerke. Ab Mai 1945 war sie auch im Denkmalschutz engagiert. Über Auftritte als Komponistin oder Musikerin ist nur wenig bekannt: Im August 1943 nahm Jung an einem Konzertabend im Festsaal der Berufsschule der Stadt Wien teil – Otto Repp lobte ihre „weniger der Form nach als durch die lebendigen Klangsinn und die Stimmungen hervortretenden Klavierkompositionen“ – und im Dezember 1950 an einem Konzertabend in den Ehrbarsälen; am 15.6.1955 gab sie einen Kompositionsabend in Simmering (Wien XI). Jung war Mitglied im Club der Wiener Musikerinnen und ab Mai 1945 der AKM. Sie war seit 2.8.1931 mit dem ehemaligen Marineoffizier Johann Konrad Jung (1896–1960) verheiratet und hatte mit ihm eine Tochter und einen Sohn.
Werke
Opern auf eigene Texte (Der Ebersdorffer 1957/58, Hugo von Montfort, der Ritter mit Leier und Schwert 1980, konzertante UA 1982); Kammermusik, Solowerke für Klavier, Kammermusik, Lieder mit Klavier; Hörspiel (Verblichener Glanz op. 43 1968/69); einzelne Werke wurden im Europäischen Verlag in Wien veröffentlicht.
Literatur
- „Jung Margarete“, in: Eva Marx / Gerlinde Haas, 210 österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, hrsg. von, Salzburg u. a. 2001, 472f (mit WV)
- Ilse Korotin, „Jung Margarete“, in: biografiaA. Lexikon österreichischer Frauen, Bd. 2, hrsg. von ders., Wien 2016, 1526f
- Feldkircher Anzeiger 7.3.1931, 1f
- Völkischer Beobachter 4.8.1943, 3
- Oberwarter Sonntags-Zeitung 10.12.1950, 4
- Arbeiter Zeitung 15.6.1955, 4
- Art. „Jung Margarete“ (25.11.2025), in: Musikdatenbank von mica – music austria, https://db.musicaustria.at (10.7.2026)
- eigene Recherchen
Autorin
- Eva Maria Hois
Letzte inhaltliche Änderung
14.10.2026Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Jung (geb. Reichart), Margarete (eig. Margaretha Louise Theresia, Pseud. Mares Brandt)“ (14.10.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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