Hummel, Familie

Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler

Joseph Sebastian Friedrich: * 14.8.1841 Innsbruck, † 29.8.1919 Salzburg. Cellist, Kapellmeister, Komponist. Nach Ausbildung am Münchener Konservatorium (bei F. Lachner) Theaterkapellmeister in Innsbruck (1861–63, 1863 erfolgte die Innsbrucker EA von L. v. Beethovens Fidelio zum Benefiz H.s), Aachen/D (1863), Troppau (städtischer Musikdirektor 1863–73, Gründer einer MSch. und Dirigent des Schlesischen Sängerbundes), Brünn (1873/74 und 1876–80), Linz (1875/76, auch Chormeister der Liedertafel „Frohsinn“), Wien (Komische Oper 1874/75, auch Chormeister des Wiener Akademischen Gesangvereins) und Salzburg (1880/81). In den frühen 1860er Jahren trat H. auch als Konzertcellist in Erscheinung, 1864 reiste er (erstmals?) nach Wien. 1880–97 war er der erste Direktor des Mozarteums in Salzburg, dirigierte dort das von ihm zusammengestellte Orchester, den Damensingverein H. sowie 1882–1910 und 1911/12 die Liedertafel. Bei den Musikfesten der Internationalen Stiftung Mozarteum war er ein geschätzter Mozart-Dirigent, setzte sich in Salzburg aber auch als erster für die Werke Rich. Wagners, A. Bruckners, R. Strauss’ u. a. ein. Seine Freunde und Schüler gründeten eine Joseph-Friedrich-Hummel-Gemeinde. Sein Großneffe war A. Riester.

Gedenkstätten

  • Gedenktafel am Sterbehaus in Salzburg, Universitätsplatz 6 (s. Abb.)

Werke

Messen (s. Abb.) und andere geistliche Gesangskompositionen; Männerchöre; Klarinetten- sowie Fagott-Konzert.

Literatur

  • G. Pellegrini in Mitt. d. Ges. f. Sbg. Lk. 1939 (mit WV)
  • Salzburger KulturL 1987, 2001
  • MGG 6 (1957) u. 9 (2003)
  • ÖBL 3 (1965)
  • MGÖ 3 (1995)
  • [Fs.] 100 Semester Akademischer Gesangverein in Wien 1908, 175
  • Signale f. die Musikalische Welt 9.2.1860, 108
  • Innsbrucker Nachrichten 21.12.1861, 2563, 24.12.1861, 2587, 14.1.1863, 84, 3.3.1863, 456
  • Bozner Ztg. 10.1.1863, 3
  • Wr. Ztg. 1.9.1863, 584
  • Troppauer Ztg. 26.9.1863, 4, 6.10.1863, 4, 15.4.1864, 1, 19.6.1864, 1, 24.7.1864, 2, 28.4.1865, 4, 8.5.1867, 2, 1.6.1867, 2, 13.6.1867, 2, 24.7.1867, 2, 25.4.1873, 2
  • Bll. f. Theater, Musik u. Kunst 20.6.1873, 97
  • Wr. Theater-Chronik 10.3.1864, 40
  • Recensionen und Mittheilungen über Theater und Musik 23.7.1864, 473
  • Innsbrucker Tagbl. 5.10.1874, 3
  • [Linzer] Tages-Post 8.6.1875, 2
  • Neuigkeits-Welt-Bl. 18.5.1877, [5]
  • Dt. Musik-Ztg. 29.9.1880, 126
  • Taufbuch 1839–59 der Dompfarre Innsbruck, fol. 26
  • www.salzburger-liedertafel.at (4/2009)
  • http://arge-ns-zeit.musikland-tirol.at (1/2013)
  • eigene Recherchen (Bühnen-Jahrbücher und -Almanache)

Sein Sohn

Walter Dietrich Karl: * 7.7.1883 Salzburg, † 23.1.1968 Salzburg. Pädagoge und Musikforscher. Er übte neben seinem Hauptberuf als Lehrer (später Direktor) der Staatsgewerbeschule Salzburg seit 1921 verschiedene Funktionen in der Internationalen Stiftung Mozarteum aus: Mitglied des Kuratoriums, Schriftführer, zuletzt Vizepräsident. Als Musikforscher legte er u. a. etliche Publikationen über die Familie Mozart vor.

Gedenkstätten

  • Gedenktafel im Mozarteum in Salzburg

Schriften

Literatur

  • Salzburger KulturL 1987, 2001
  • Geburtsbuch der Pfarre Salzburg-St. Blasius 1877–88, fol. 158

Abbildungen

Autoren

  • Christian Fastl
  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

17.2.2022

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Uwe Harten, Art. „Hummel, Familie“ (17.2.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00026809 (abgerufen am )

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