Horschelt, Friedrich

* 14.5.1793 Köln/D, † 9.12.1876 München/D

Tänzer und Ballettmeister

Nach Tänzer-Engagements in Breslau (Wrocłav/PL) und Leipzig/D, kam H. 1806 nach Wien. In seiner Eigenschaft als Ballettmeister des Theaters an der Wien gründete er 1815 dort ein Kinderballettensemble. Die Truppe, die zeitweilig mehr als 170 Kinder umfasste und dem Theater zu hohen Einnahmen verhalf, wurde bis zu ihrer behördlich veranlassten Auflösung 1821 zu einer ebenso berühmten wie berüchtigten Wiener Institution. 1822–30 und 1837–48 war H. Ballettmeister am bayerischen königlichen Hoftheater in München. Die Produktionen des Kinderballetts wurden von Zeitzeugen der Homogenität der tanzenden Kinder wegen ebenso bewundert wie der Pracht der Kostüme, der Dekoration und Beleuchtung. H.s Kreationen für das Ensemble orientierten sich choreographisch an den demi-caractère-Werken der Zeit.

Werke

Die kleine Diebin (1815, M: Jos. Kinsky), Nettchen und Paul oder Die Wäscherinnen (1816, M: J. Kinsky), Das Waldmädchen (1816, M: P. Wranitzky), Aschenbrödel (1817, M: arrangiert von J. Kinsky), Der Berggeist (1818, M: Ph. Riotte), Der blöde Ritter (1818, M: I. Seyfried).

Literatur

Autorin

  • Gunhild Oberzaucher-Schüller

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Gunhild Oberzaucher-Schüller, Art. „Horschelt, Friedrich“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d21e (abgerufen am )

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