Hias (eig. Erich Matthias Mayer)

* 3.11.1950 Rottenmann/St, † 7.7.2007 Donnersbach/St (Freitod)

Volkstümlicher Sänger, Jodler und Spaßmacher

Ältestes von sechs Kindern, aufgewachsen in Johnsbach/St und Landl im Gesäuse/St. Sein Vater Matthias Mayer (* 1931), ein Melker, Holzknecht und LKW-Fahrer, war nebenberuflich mit seiner steirischen Harmonika als Hausmusikant am Nachbarhof, der Jausenstation Zwanzleitner am Hocherb/St tätig. Mit ihm und seiner Schwester Christa (* 1956) trat H. bereits früh in Stubenmusi-Besetzung und als Dreigesang auf. Bald wirkte er auch als Musikant, wobei er sich bei seinem Harmonikaspiel vom Vater inspirieren ließ. Darüber hinaus trat sein besonderes komödiantisches Talent bereits früh zutage. Nach Volks- und Hauptschule machte H. eine Lehre als Zimmerer in St. Gallen/St. Danach arbeitete er in Aigen im Ennstal/St und Stainach/St. Während dieser Zeit Gründung des Duos Ruap und Hias mit Jugendfreund Rupert Zwanzleitner (* 1949). Neben seiner Tätigkeit als LKW-Fahrer zehn Jahre lang Auftritte mit dem Duo. Nach einem Angebot zur Zusammenarbeit von Ewald Münzer, dem Leiter des Ligister Trios, begann er eine Karriere als Profimusiker (Ligister Trio mit Hias). Der Durchbruch gelang ihm mit einer stotternden Interpretation von Übern Laurenziberg im ersten Musikantenstadl 1981 in Enns/OÖ. An der Seite von K. Moik spielte er danach elf Jahre lang im Musikantenstadl die Rolle des launischen Spaßmachers und erfreute sich als Urviech der Nation großer Beliebtheit. Zahlreiche Plattenaufnahmen, Tourneen und bis zu 250 Auftritte im Jahr folgten. 1983 eröffnete H. den Gasthof Hiasl Stubn in Donnersbach, der Publikumsmassen anzog. Mit seinen vier Töchtern Anja (* 1973), Andrea (* 1975), Martina (* 1977) und Sabine (* 1981) aus seiner Ehe (1974–98) mit Regina nahm er 1986 das Lied Papa, i glaub’ die Welt is net g’sund auf. Nach seinem Ausstieg aus dem Musikantenstadl 1992 trat H. in zahlreichen Shows und Filmen sowie mit verschiedenen Formationen (u. a. Mooskirchner Quintett, Marianne und Michael, K. Moik, H. Hinterseer) auf und unternahm Tourneen im gesamten deutschsprachigen Raum, seine Popularität ebbte jedoch langsam ab. Zuletzt stand er häufig mit dem Quintett Juchee seines langjährigen Freundes und Managers Sepp Mattlschweiger (* 1959) auf der Bühne. H. war abseits seiner Karriere der traditionellen Volksmusik verbunden, kannte zahlreiche alte Volkslieder und Jodler, die er im privaten Kreis gern interpretierte. Wenige Stunden vor einem Auftritt mit dem Ligister Trio nahm er sich in seiner Wohnung in Donnersbach das Leben.

Werke

Alben mit Ruap und Hias: Der Huaber, der Meier und i 1975; mit dem Original Ligister Trio: Das Original Ligister Trio und Hias 1979, Zu Dir, liebe Heimat 1980, Der Huber, der Mayer und Hias 1981, Bergkameraden sind Freunde 1981, Heut’ san ma lustig 1982, Blumen zum Ehrentag 1982, Für Stimmung und für’s Herz 1983, Heut san ma lustig 1983, A echte Gaudi 1984, Beim Schützenhias 1984; mit K. Moik: Lausbuam san’ ma 1985; Was soll i mit die Handerl machen 1986, Ein Gentleman in Lederhosen 1988, Das Coolt Album 2002, Übern Laurenziberg 2003; Maxi-CD I bin a Steirerbua 2002.

Literatur

Abbildungen

Autorinnen

  • Monika Kornberger
  • Sonja Oswald

Letzte inhaltliche Änderung

27.6.2023

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Sonja Oswald, Art. „Hias (eig. Erich Matthias Mayer)“ (27.6.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d247 (abgerufen am )

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