Hauska, Hans

* 18.5.1901 Maschau/Böhmen (Mašťov/CZ), † 7.5.1965 Berlin

Musiker und Komponist

1911 nach Wien übersiedelt, erhielt Geigen-, Bratschen- und Klavierunterricht und begann ein Studium an der Wiener TU. 1921–24 war er Bankangestellter, dann freiberuflich Klavierbegleiter. 1928 zog H. nach Berlin, war in verschiedenen Berufen tätig, daneben auch Stehgeiger und Kinomusiker. 1929 Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und Beginn einer wechselvollen politischen Betätigung, verbunden mit musikalischen Aufgaben für Agitprop-Gruppen, besonders in der Sowjetunion. Auf Vermittlung von H. Eisler Zusammenarbeit als Komponist und Pianist mit den Truppen Das Rote Sprachrohr Maxim Vallentins und Rote Raketen sowie Tourneen in die Sowjetunion. 1931–34 Bühnenmusikkomponist und musikalischer Leiter der Truppe Deutsches Theater Kolonne Links; 1935/36 arbeitete H. für das Deutsche Gebietstheater Dnepropetrovsk, 1933–37 auch für verschiedene Theater u. a. in Moskau, Kiew und Smolensk sowie als Klavierbegleiter Ernst Buschs. 1937 wurde H. aus ungeklärten Gründen vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und aus der KPD ausgeschlossen, 1938 aus der Sowjetunion ausgewiesen und von der Gestapo festgenommen, bis 1940 inhaftiert, dann als „wehrunwürdig“ dienstverpflichtet. Nach 1945 wieder KPD-, dann – zurückgekehrt nach Wien – bis 1951 KPÖ-Mitglied und als Klavierbegleiter, bei der Universal Edition als Notenklischeezeichner und Korrektor tätig. 1958 als Opfer des Stalinismus rehabilitiert, ging H. in die DDR, wo er als Mitarbeiter der staatlichen Konzert- und Gastspieldirektion Laienspielgruppen betreute, für Musikzeitschriften schrieb sowie am Aufbau des H.-Eisler-Archivs der Berliner Akad. der Künste und an der Herausgabe des Eisler-Nachlasses beteiligt war.

Werke

Filmmusik; Bühnenmusik u. a. für Stücke von Gustav v. Wangenheim und Friedrich Wolf; sozialistische Kampflieder (u. a. Thälmann-Lied 1935).

Schriften

  • Reminiszenz an Joris Ivens in Staatliches Filmarchiv (Hg.), Joris Ivens 1963
  • zahlreiche Kritiken, Rezensionen in der Zs. Musik und Gesellschaft 1959–63

Literatur

  • LdM 2000 [mit WV und Lit.]
  • Musik im Exil 1993
  • Orpheus im Exil 1995

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Hauska, Hans“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d0c7 (abgerufen am )

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