Hauser, Familie

Kirchenmusiker

Franz: * 12.1.1794 Krasowitz bei Prag/Böhmen (Krasovice/CZ), † 14.8.1870 Freiburg im Breisgau/D. Sänger (Bassbariton) und Gesangspädagoge. Ab 1803 Schulbesuch in Prag, wo er dann zunächst Jus und Medizin studierte und Schüler von W. Tomaschek (Kontrapunkt und Komposition) wurde, bei dem er schon Werke J. S. Bachs kennen lernte. Von Jos. Triebensee angeregt, wandte er sich dem Gesang zu. 1817–21 an der Oper in Prag engagiert, 1821–25 in Kassel/D, 1825/26 in Dresden, 1826–29 Frankfurt am Main/D und 1829–32 auf Initiative von F. Lachner am Kärntnertortheater in Wien. Zog sich 1837 von der Bühne zurück und ließ sich 1838 in Wien nieder, wo er als Gesangslehrer wirkte und eine Singakademie gründete. 1846 ging er als Direktor und Gesangspädagoge an das neu gegründete Konservatorium nach München. Nach der Pensionierung 1865 zog er nach Karlsruhe, 1867 nach Freiburg im Breisgau. H. besaß eine wertvolle Bibliothek mit über 8000 Bänden, eine Autographensammlung (u. a. J. S. Bach, L. v. Beethoven, W. A. Mozart) sowie wertvolle Instrumente. In Wien wurde er mit A. Fuchs und R. G. Kiesewetter bekannt. Seine Bach-Sammlung diente auch der Wiedererweckung der Werke Bachs und der Vorbereitung der Bach-Gesamtausgabe. Er war ein Bindeglied zwischen den europäischen Bach-Kennern und -verehrern und auch Mitbegründer der Bach-Gesellschaft.

Werke

Kontrapunktische Studien; Gelegenheitsmusiken (verschollen), Violin-Duette, Übungsstücke für Gesang.

Schriften

Seine Söhne

Moritz Heinrich: * 28.8.1826 Dresden, † [F-A: 21.]31.5.1857 Königsberg (Kaliningrad/RUS). Kapellmeister und Komponist. Ausbildung bei Felix Mendelssohn Bartholdy und Moritz Hauptmann in Leipzig. Zunächst in Düsseldorf, dann in Königsberg tätig, wo er am 27.3.1857 erstmals Beethovens 9. Symphonie aufführte.

Werke

Oper Der Erbe von Hohenegk oder Die Zigeuner 1855; Lieder (s. Abb.); Violinstücke.

Joseph: * 29.9.1828 Frankfurt am Main, † 2.5.1903 Frankfurt am Main [NGroveD: 4.5.1903 Karlsruhe]. Sänger (Bariton). Ausbildung bei seinem Vater sowie am Konservatorium in Wien bei Jos. Böhm. Debüt 1850 am Hoftheater in Karlsruhe, wo er fast 40 Jahre engagiert war. Als Autographensammler setzte er das Werk seines Vaters fort.

Literatur

  • ÖBL 2 (1959)
  • NGroveD 11 (2001)
  • LdM 2000
  • K-R 1997
  • MGG 5 (1956)
  • Y. Kobayashi, F. H. und seine Bach-Handschriftenslg., Diss. Göttingen 1973
  • Stieger II/2 (1977)
  • Eisenberg 1903
  • Wurzbach 8 (1862)
  • F-A 1 (1936)

Abbildungen

Autorin

  • Andrea Harrandt

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Andrea Harrandt, Art. „Hauser, Familie“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x000254f8 (abgerufen am )

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