Hanner, Johann David

* 12.9.1754 Wien, † 28.6.1795 Wien

Dichter und Schriftsteller

Nach Besuch des Piaristengymnasiums in Wien war H. zwischen ca. 1773 und 1778 Novize in verschiedenen Klöstern (Kapuziner in Gmunden, Hieronymitaner in Schönbach/NÖ, Kartäuser in Gaming), betrieb 1774–76 in Wien private theologische Studien, wurde wegen ungebührlichen Benehmens 1776 aber von den höheren Weihen ausgeschlossen. In Wien übte er dann verschiedene berufliche Tätigkeiten aus und bildete sich in der Dichtkunst weiter. 1779 erschien sein vermutlich erstes Gedicht, bis 1792 folgten zahlreiche Flugschriften (Flugblatt). 1781–95 Privatlehrer und Journalistentätigkeit. Zeitweise war H. auch Theaterdichter bei der Wandertruppe von Barbara Fuhrmann. 1787–92 wurde er als Mesner in der Pfarre Neulerchenfeld (Wien XVI) beschäftigt, nach Publikation eines „politisch unkorrekten“ Liedes entlassen. Viele seiner Werke, meist aktuelle politische, gesellschaftliche oder sittengeschichtliche Themen behandelnd, sind im Odenstil Friedrich Gottlieb Klopstocks verfasst, erst später widmete er sich den von den sog. Liederweibern öffentlich vorgetragenen Gassenliedern (Bänkelsang), überwiegend als Moritat konzipiert.

Werke

Schauspiele (nur Der Autor und der Buchdrucker erhalten); Oden (Uiber die Wittwer u. Wittwen in Wien 1782; Die Wirthe u. Kellner in Wien 1782; Thut Josef der II. nicht alles zum Besten seiner Unterthanen? 1783; Traumgesicht am Tage Portiuncula 1783); Bänkellieder (meist Moritaten: Die Folgen der rasenden Liebe 1782; Klagelied der Zeugmachergesellen in Wien 1792).

Literatur

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

10.12.2002

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Hanner, Johann David“ (10.12.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00027632 (abgerufen am )

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