Halberstadt, Arthur

* 18.4.1874 Wien, † 22.5.1950 Klamm/NÖ

Bankbeamter, Volksmusiksammler und -forscher

H. erhielt eine gute musikalische Ausbildung. Im Semmeringgebiet (Kreuzberg), wo er mit den Eltern die Sommerfrische verbrachte, hörte er schon als Jugendlicher viele Volkslieder, Jodler und Volkstanzweisen, die er später niederschrieb. Diese wurden gemeinsam mit volkskundlichen Beobachtungen u. a. 1912 in Eine originelle Bauernwelt. (Das Volksleben im Semmeringgebiete) veröffentlicht, die erste volkskundlich-musikalische Gesamtdarstellung einer geschlossenen Region in Niederösterreich, die innerhalb eines Jahres drei Auflagen erlebte. Hauptberuflich war H. im Wiener Bankverein in Wien und danach in Wiener Neustadt tätig. 1897 heiratete er die Bauerstochter Juliana Breiner, mit der er drei Kinder hatte. Die Familie wohnte in Mödling und später in Wiener Neustadt, errichtete aber die Hotel-Pension Rundblick als Zweitwohnsitz in Klamm. Hierhin zog sich H. nach seiner Pensionierung im Zuge der Bankenkrise 1932 zurück. Er publizierte außerdem zahlreiche Erzählungen und Aufsätze über Bräuche und Persönlichkeiten aus dem Semmeringgebiet, u. a. in der Zeitschrift Heimgarten, die sein literarisches Vorbild P. Rosegger herausgab. Von der zeitgenössischen Volkskunde und Volksliedforschung wurden seine Schriften kaum rezipiert; die von ihm angedachte Anbindung an das „Österreichische Volksliedunternehmen“ kam nicht zustande: weder wurde Eine originelle Bauernwelt vom Volksliedunternehmen nachgedruckt, noch wurde H. als Sammler in einen Arbeitsausschuss berufen, wobei die Gründe hierfür nicht bekannt sind. H. verstand sich eher als Volksbildner denn als Wissenschaftler, in diesem Sinne hielt er v. a. in den 1930er Jahren viele Vorträge über das Volksleben seiner zweiten Heimat, die mit Musik und Gesang kombiniert waren.

Werke

Serenade für mich o. J.; Mia Kreuzbergsänger o. J.

Schriften

Literatur

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

2.4.2026

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „Halberstadt, Arthur“ (2.4.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003b0a9c (abgerufen am )

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