Sohn eines Weinhauers. Erhielt seine musikalische Ausbildung als Sängerknabe in St. Florian durch I. Traumihler und Josef Seiberl. 1878 wurde G. Stiftsorganist in St. Florian. Nebenbei vervollständigte er sein musikalisches Wissen u. a. bei J. E. Habert (1886/87) und A. Bruckner (1887/88), den er seit 1874 kannte und mit dem er in brieflichem Kontakt stand. 1904–22 unterrichtete G. am bischöflichen Lehrerseminar in Linz Musik, daneben wirkte er als Regens chori und Organist an der Kapuzinerkirche. G.s. Werke sind als Synthese der klassizistischen, konzertanten Richtung in der Kirchenmusik mit den Stilforderungen des Cäcilianismus zu verstehen.
Werke
v. a. dt. und lat. Kirchenmusik, u. a. 80 Messen (s. Abb.), 25 Requien, Gradualien und Offertorien, Tantum ergo, Litaneien, geistliche Lieder (Marien-, Heiligen- und Grabeslieder etc.), Orgel- und Klaviermusik, Männerchöre und gemischte Chöre, Präludienbücher; Lehrwerke (Orgel-, Violin-, Piccoloflöten-, Gesang-, Modulationsschule).
Schriften
Literatur
- J. Walch, Das Musikschaffen der Organisten des Stiftes St. Florian ab dem Bau der Krismann-Orgel 1770/1774, Diss. Wien 2009
- MGG 5 (1956) u. 8 (2002)
- Erhart 1998
- F. Haselböck in SK 50 (2003)
- F. X. Müller in Chorbll. 2/8 (1947)
- Krackowizer/Berger 1931
- U. Kornmüller, Lex. der kirchlichen Tonkunst 2 (1895)
- Weißenbäck 1937
- Personenlex. Öst. 2001
- Linzer Volksbl. 8.4.1923, 3
- J. Walch in Anton-Bruckner-Lex. online (11/2021)
Abbildungen
Autor:innen
- Elisabeth Th. Hilscher
- Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
1.8.2023Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Gruber, Josef (Pseud. J. Wösendorfer)“ (1.8.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cfc2 (abgerufen am )
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