Graf, Walter

* 20.6.1903 St. Pölten, † 11.4.1982 Wien

Musikwissenschaftler

Studierte an der Univ. Wien Musikwissenschaft (bei R. Lach, G. Adler, E. Wellesz und Rob. Haas; Promotion 1933), Völkerkunde und Anthropologie, Psychologie, Philosophie und Phonetik; 1952 Habilitation; bis 1957 hauptberuflich in der Wirtschaft tätig; 1957–63 wissenschaftlicher Leiter des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW); 1963–73 ao. Prof. für Vergleichende Musikwissenschaft an der Univ. Wien; 1965–74 Vizepräsident der Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich; 1972–82 Obmann der neugegründeten Kommission für Schallforschung an der ÖAW. G. versuchte zwar, Erkenntnisse über das „Wesen“ der Musik zu erhalten, die über die Besonderheiten kulturell und historisch verschiedener Musiken hinaus allgemein Auskunft über musikalisches Verhalten geben sollten, war aber – nach Födermayr – mehr als sein Lehrer Lach bereit, ein Wechselspiel von biologischen und kulturellen Faktoren anzunehmen. Er betonte den interdisziplinären Charakter seines Faches, veröffentlichte einige Arbeiten zu Geschichte und Methode der Vergleichenden Musikwissenschaft und setzte als einer der ersten einen Kay-Sonagraphen für musikwissenschaftliche Fragestellungen ein.

Ehrungen

  • k. M. der ÖAW 1962
  • Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1968
  • Ehrenmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft 1975
  • Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold 1978

Schriften

Literatur

  • NGroveD 10 (2001)
  • MGG 16 (1979)
  • MGÖ 3 (1995)
  • E. Schenk (Hg.), [Fs.] W. Graf 1970
  • O. Wessely in Almanach der ÖAW 132/1982, 1983
  • F. Födermayr in StMw 34 (1983)

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Graf, Walter“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0002096e (abgerufen am )

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