Graetzer, Guillermo (eig. Wilhelm)

* 5.9.1914 Wien, † 22.1.1993 Buenos Aires

Komponist und Musikpädagoge

Studierte 1932–38 Komposition in Berlin (Ernst Lothar von Knorr, Paul Hindemith) und Wien (P. A. Pisk) sowie Dirigieren; emigrierte 1939 nach Buenos Aires (Exil); gründete dort 1946 gemeinsam mit Erwin Leuchter und Ernesto Epstein das Collegium Musicum, dessen künstlerischer Leiter er wurde; 1955–80 Prof. für Komposition, Orchestrierung und Chorleitung an der Univ. in La Plata/ARG; Einführung des Orff-Schulwerks in verschiedenen südamerikanischen Staaten; 1964 Gründer und Vizepräsident der Sociedad Argentina de Educación Musical; 1984 Direktor des Fondo Nacional de las Artes; Herausgeber lateinamerikanischer Volksmusik. Von Hindemith ausgehend, erweiterte G. ab den 1950er Jahren seine Kompositionen um polytonale, atonale und serielle Möglichkeiten.

Ehrungen

  • IV. Internationaler Wettbewerb Henryk Wieniawsky Polen 1976
  • Internationaler Wettbewerb Guido d’Arezzo pour compositions polyphoniques Italien 1980
  • Ministerio de Cultura de la Nación 1982
  • Gran Premio de la Sociedad Argentina de Autores y Compositores (SADIAC) 1986
  • Premio Reforma Universitaria 1990

Werke

Klavier- und Kammermusik; Lieder (Canciones hebreas 1940); Chor- und Orchesterwerke; Ballett Siete princesas muy desdichadas; Oratorium-Ballett La creación según el Pop wuj maya; Bearbeitung der Kunst der Fuge von J. S. Bach für großes Orchester.

Schriften

  • Beiträge in musikpädagogischen Zeitschriften

Literatur

  • MaÖ 1997
  • NGroveD 10 (2001)
  • MGG 16 (1979)
  • T. Burghardt in Die Furche (1.9.1994)
  • E. Blaschitz in A. Douer/U. Seeber (Hg.), Wie weit ist Wien 1995
  • Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Graetzer, Guillermo (eig. Wilhelm)“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cf74 (abgerufen am )

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