Gottesmann, Hugo

* 8.4.1896 Wien, † 22.1.1970 Fort Wayne, Indiana/USA

Geiger und Bratschist

Studierte an der Univ. Wien Jus und an der MAkad. Wien Geige bei O. Sevčik (Staatsdiplom 1916). Danach Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger. 1916–22 war G. Konzertmeister der Wiener Symphoniker, bis 1933 Orchestermitglied. Daneben trat G. seit 1912 auch als Solist und spätestens 1922 auch als Dirigent an die Öffentlichkeit. 1919 gründete er das Gottesmann-Quartett (1920: Wilhelm Müller [2. V.], Marcel Dick [Va.], 1925 Max Weißgärber, ab 1926 Ignatz Ganz, Bohdan Bereznickyi [Vc.], ab 1925 Hermann Busch bzw. Richard Krotschak [Vc.]), das sich v. a. der Pflege zeitgenössischer Musik widmete und u. a. 1926 ein Streichquartett von J. M. Hauer uraufführte. 1925–34 war das Quartett auch regelmäßig auf Radio Wien zu hören. 1924–26 hielt G. einen volkstümlichen Kurs „Praktischer Unterricht im Studium der Sololiteratur für Violine“ an der MAkad.ab, eine kolportierte Professur hatte er dort nicht inne. 1929–34 leitete er einige Sonntagskonzerte der Wiener Symphoniker auf Radio Wien, 1934 dirigierte er erstmals die Göteborger Symphonie. 1935 wurde G. für ein mehrmonatiges Gastspiel erneut nach Schweden engagiert. Außerdem war er Gastdirigent des Augusteo-Orchesters in Rom. Ende 1935 leitete er das Wiener Konzertorchester. 1936 emigrierte G. in die USA (Exil), gründete ein neues Quartett bzw. war später Mitglied des Busch-Quartetts (bis 1952 Bratschist). 1943–70 war G. Leiter der Streicherabteilung des Bay View Summer Colleges (Bay View/Michigan), Mitglied der Fakultät und auch als Geiger aktiv tätig.

Ehrungen

  • Staatspreis der MAkad. 1916
  • Prof.-Titel 1926

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

5.11.2018

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Gottesmann, Hugo“ (5.11.2018), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cf65 (abgerufen am )

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