Ab 1909 Klarinetten-Ausbildung an der Wiener MAkad. bei F. Bartolomey. Nach ausgezeichnetem Abschluss des Studiums 1914, das ihm das sog. „C. Marxen'sche Beethovenprämium“ im Wert von kr 120,– eintrug Engagement ins Orchester des Wiener Konzertvereins (den späteren Wiener Symphonikern). 1918–28 1. Klarinettist bei den Wiener Philharmonikern, mit denen G. 1926 auf Südamerika-Tournee ging. Dort lernte er Jazz und v. a. den Klang des Saxophons kennen, dessen Beherrschung er sich autodidaktisch aneignete. 1927 leitete er das symphonische Jazz-Orchester im Moulin Rouge (s. Abb.). 1928 gründete G. die Jazzkapelle Ch. G. (s. Abb.), die aber eigentlich Tanzmusik mit Jazzelementen spielte (eine Musik, die in Wien „die Jazz“ genannt wurde). G., als „Saxophon-Charly“ populär geworden, war darüber hinaus bis zu seinem Tod Kapellmeister u. a. des Kleinen Wiener Rundfunkorchesters und leitete auch das Wiener Jazzorchester. Zu seinen Schülern zählte u. a. K. Drewo.
Gedenkstätten
- Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof
Ehrungen
- C. Marxen'sche Beethovenprämium der Wiener MAkad. 1914
- Goldenes Band des Jazz 1931, 1932, 1933
- Ehrenmedaille der Stadt Wien in Silber 1970
Werke
Tanzmusik; Wienerlieder; Schlager (z. T. gem. m. H. Zeisner).
Literatur
- Czeike 2 (1993)
- Personenlex. Öst. 2001
- Lang 1974 u.1986
- Radiowelt 8 (1931) Nr. 5
- Die Stunde 2.3.1927, 6
- MGÖ 3 (1995)
Abbildungen
Autor:innen
- Uwe Harten
- Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
20.4.2023Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Monika Kornberger, Art. „Gaudriot, Charly (eig. Karl)“ (20.4.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00020f0f (abgerufen am )
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