Geht auf H. Broch zurück, der sich damit zwar speziell auf Wien um 1880 bezog, jedoch auch allgemeinere Momente im Auge hatte, insbesondere eine gewisse Nähe zum Tod, ja Todessehnsucht (z. B. K. Kraus: „Versuchsstation des Weltuntergangs“). F. A. wird fallweise als ein Signet für die österreichische Moderne gehalten, besitzt jedoch zweifellos ältere, insbesondere barocke Wurzeln, z. B. im Begräbniskult (Stichworte: „a schöne Leich“ als Wunsch, Kapuzinergruft als Touristenattraktion, Wiener Zentralfriedhof). Die Thematik, die keineswegs mit sog. „schwarzem Humor“, eher schon mit Verniedlichung zu verwechseln ist, lässt sich nicht nur in der österreichischen Literatur (z. B. Joseph Roths Kapuzinergruft 1938, Peter Marginters Der tote Onkel 1967), sondern auch im Theaterlied (z. B. O du lieber Augustin 1797, Brüderlein fein in F. Raimunds Bauer als Millionär 1826 oder das „Hobellied“ in dessen Verschwender 1834) und nicht zuletzt im Wienerlied (L. Grubers Es wird a Wein sein, K. Zarubas Verkauft's mei G'wand; Es lebe der Zentralfriedhof von W. Ambros) finden.
Literatur
- G. Wunberg (Hg.), Die Wiener Moderne 1981
- W. M. Johnston, Österreichische Kultur- und Geistesgeschichte 1972
- J. Le Rider, Das Ende der Illusion. Die Wiener Moderne und die Krisen der Identität 1990
Autor
- Rudolf Flotzinger
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Fröhliche Apokalypse“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x000208b8 (abgerufen am )
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