Fauxbourdon

Aufführungsanweisung, einen zweistimmig notierten Satz durch eine mittlere dritte Stimme in parallelen Unterquarten zur Oberstimme improvisatorisch zu erweitern

Der F. kam um 1430 am Kontinent offenbar nach englischen Anregungen (Faburden) auf, wurde hier v. a. für kleine geistliche Gebrauchsstücke oder zur Gliederung großer Zusammenhänge genutzt und veränderte den kontrapunktischen Satz nachhaltig in Richtung euphonischen Klang. Ob entsprechende Ausführung auch dann angebracht ist, wenn dies möglich wäre, in der gesamten Überlieferung aber ein entsprechender Hinweis „(au) f.“ fehlt, ist umstritten. Unter den ersten, die ihn in Österreich aufgriffen, war H. J. Edlerawer (s. Nb.; bei ihm kann der c. f., wie im Faburden, auch in der Unterstimme liegen); s. a. Trienter Codices.

Literatur

Abbildungen

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Fauxbourdon“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cd27 (abgerufen am )

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