Engelbert von Admont OSB (Engelbrecht Poetsch)

* ca. 1250 Volkersdorf/St?, † (12.5.?)1331 Admont/St

Universalgelehrter, Musiktheoretiker

1271–74 Studium in Prag (Domschule St. Veit), nach 1276 neun Jahre in Padua/I (Univ. sowie Ordensschule der Dominikaner). Ab 1285/86 wahrscheinlich Abt von St. Peter in Salzburg, 1297–1327 Abt von Admont. Neben naturkundlichen, moralphilosophischen, theologischen und staatstheoretischen Werken verfasste E. den vierteiligen Traktat De musica (s. Abb.). Der „theoretische Teil“ mit Musikdefinition, verschiedenen Nomenklaturen von Tönen und Gliederungen des Tonsystems, Intervall- und Spezieslehre nach Boethius, Pseudo-Odo, Guido und Aribo (Traktat I–II) führt hin zu einem eher „praxisbezogenen“ Teil (Traktat III–IV): traditionsgebunden in den Inhalten, doch „modern“ in seiner von Aristoteles geprägten Sprache, versucht E. hier als einer der ersten Musikschriftsteller, die Solmisation systematisch zu fassen, wertet die pseudo-aristotelischen „musikalischen Probleme“ für die Musiktheorie aus und formuliert (wahrnehmungs-)theoretisch begründete Maximen für die liturgische Gesangspraxis („Doctrina de actu et usu recte cantandi“).

Schriften

De musica, NA.en

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Pia Ernstbrunner

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Pia Ernstbrunner, Art. „Engelbert von Admont OSB (Engelbrecht Poetsch)“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0002097e (abgerufen am )

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