Eibenschütz, Julius (Pseud. Julius Evelyn)

* 5.8.1875 Krakau/Galizien (Kraków/PL), † 29.6.1943 Wien

Komponist, Kapellmeister, Musikschrifsteller

Sohn des aus Polen stammenden Rechtsanwalts Leon E. (* 19.5.1842 Groß Salze [Wieliczka/PL], † 26.12.1898 Wien), der seine Kanzlei Ende 1885 von Krakau nach Wien verlegte. E. besuchte hier das Franz-Josefs-Gymnasium und erhielt privaten Unterricht in Musiktheorie und -geschichte. Nach der Matura studierte er 1895/96 an der Univ. Wien für zwei Semester Jus als a. o. Hörer. Danach arbeitete er als Vertreter, Beamter der niederösterreichischen Statthalterei, Bank- und schließlich Zeitungsangestellter, zuletzt bis spätestens 1938 im Wiener Verlag Vorwärts, der u. a. die Arbeiter-Ztg. herausgab. 1901/02 war er Zweiter Kapellmeister am Jantsch-Theater, für das er mehrere Bühnenwerke komponierte. Die Sommermonate verbrachte er immer wieder in Baden, dem Geburtsort seiner Frau Karoline Friederike Maria Anna, geb. Zimmermann (* 30.3.1895 Baden, † 16.6.1975 Baden), der Tochter des Architekten Hugo Alois Zimmermann. Hier dirigierte er ab 1910 mitunter das Kurorchester und war 1914–19 als Vertreter der Kurgäste Mitglied sowie Musikreferent der Kurkommission Baden. Darüber hinaus betätigte er sich in Baden auch als Organisator von Benefizveranstaltungen. Im September 1938 stellte E. einen Auswanderungsantrag an die Fürsorge-Zentrale der IKG Wien, blieb aber in Wien, wo seine katholische Frau ab etwa 1940 ein Geschäft führte. Ein nahes Verwandtschaftsverhältnis zur Familie E. ist nicht nachweisbar.

Ehrungen

  • Silberne Ehrenmedaille des Roten Kreuzes mit Kriegsdekoration 1918
  • Luxemburgische Silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft
  • Montenegrinische silberne Verdienstmedaille

Werke

Possen (Marienbader Abenteuer [T: Karl Wallner, UA 1.9.1900 Marienbad], Lampels Töchter [UA 3.11.1900 Theater an der Wien], Die Luftzauberin [T: Eduard Lunzer, UA 23.11.1901 Jantschtheater]); Operetten (Tante Oberst 1901 [T: Julius Horst], Hochzeitsfreuden oder Die Brautnacht [T: Friedrich Eugen Hirth], Die kleine Witwe [T: Julius Horst, UA 10.12.1902 Magdeburg/D], Das Siebengestirn, Das Liebesorakel); Lieder (Vergessen op. 78, Traumverloren op. 80); Tanzmusik (Verbrüderte Herzen, Polka-Mazur f. Kl. op. 26, Gruß aus Oesterreich, Polka française f. Kl. op. 38).

Literatur

  • Kosel 1902
  • Stieger II/1 (1977)
  • Pazdirek 8 (1907)
  • Neuigkeits-Welt-Bl. 6.2.1907, 13
  • Der Humorist 1.9.1900, 4, 1.11.1901, 4
  • Badener Ztg. 23.2.1910, 4, 5.4.1911, 4, 6.3.1918, [1], 1.6.1918, 3, 4.10.1919, 2, 16.3.1921, 2
  • IKG Wien, Fragebogen der Fürsorge-Zentrale Nr. 42942
  • Univ. Wien, Nationale der Juridischen Fakultät
  • Taufbuch der Pfarre Baden-St. Stephan 1894–96, fol. 124
  • eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmanns Adressbücher; Dt. Bühnen-Jb.er)

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

7.1.2026

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Eibenschütz, Julius (Pseud. Julius Evelyn)“ (7.1.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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