Eberle (Eberll, Heberle), Familie

Geigenbauer

Johannes Ulrich (Joannes Udalricus): * 2.7.1699 Vils/T, † 2.7.1768 Prag. Lauten- und Geigenmacher. Erlernte den Geigenbau in seiner Tiroler Heimat und kam dann nach Prag, wo er Gehilfe von Thomas Edlinger war. Als selbständiger Meister erhielt er 1726 das Prager Bürgerrecht. E. ist zu den führenden Persönlichkeiten des Prager Geigenbaus des Spätbarocks zu zählen und scheint sich bis zu einem gewissen Grad auf Violen bzw. Violen d’amore spezialisiert zu haben. Der Komponist und Virtuose auf der Viola d’amore Johann Joseph E. (ca. 1735–72) soll jedoch kein Verwandter von ihm gewesen sein.

Sein Sohn

Wenzel Michael Joseph Vincenz: * 14.10.1738 Prag, † 1772 Prag?. Geigenmacher. Schüler seines Vaters, dessen Werkstätte er übernahm. Er konnte das hohe Niveau der Instrumente des Vaters jedoch nicht halten.

Unklar ist das Verwandtschaftsverhältnis zu

Thomas (Tomas): * 21.12.1727 Vils, † nach 1792 (Ort?). Geigenmacher. Vielleicht Schüler von Nicolaus Gagliano, arbeitete 1750–92 in Neapel. Dessen Bruder

Johann Anton: * 15.3.1736 Vils, † nach 1780 Mannheim?/D. Geigenmacher. Wurde Mitte der 1760er Jahre Nachfolger des Mannheimer Geigenmachers Jakob Rauch und ist 1769–71 als kurpfälzischer Hofgeigenmacher nachweisbar.

Ebenfalls aus Vils könnte Magnus Benedict E. stammen, der ab 1803 in Wiener Neustadt nachweisbar ist; als Geburtsort wird jedoch auch Füssen/D genannt. 1813 wurde er Viertelmeister, von 1820 datiert noch eine von ihm in Raab (Győr/H) gefertigte Geige. Der um 1829 in Innsbruck nachweisbare Geigenmacher Karl E. könnte sein 1807 geborener Sohn gewesen sein.

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

5.3.2019

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Eberle (Eberll, Heberle), Familie“ (5.3.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x001371f2 (abgerufen am )

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