Danberg (Dannberg, Danneberg), Raimund (eig. Kohl, Raimund Pius Johann)

* 16.7.1879 Dianaberg/Böhmen (Rozvadov-Diana/CZ), † 11.12.1949 Wien (begr. Dornbach [Wien XVII])

Komponist, Textdichter, Chorleiter, Finanzbeamter

Der Sohn eines Marktbereiters in Dianaberg und einer Neulerchenfelder (Wien XVI) Mutter erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Seit seiner Gymnasialzeit befasste er sich regelmäßig mit Musik. Hauptberuflich Finanzbeamter im Staatsdienst (spätestens 1899 zunächst Rechnungspraktikant der k. k. Finanz-Landesdirektion in Wien, ab 1900 Rechnungsassistent, ab 1908 Rechnungsoffizial). Daneben als Musiklehrer und Chorleiter des Dornbach-Neuwaldegger Sängerbundes (zumindest 1912/13) tätig. Als Komponist trat er erstmals 1907 unter seinem Pseudonym mit dem Operetteneinakter Der Herr Magister an die Öffentlichkeit. Eine 1906 bei dem bekannten Librettisten Julius Horst in Auftrag gegebene dreiaktige Operette wurde möglicherweise nicht fertiggestellt. Während des Ersten Weltkriegs Kriegseinsatz als Landsturmoffizier (Landsturm-Leutnantrechnungsführer). Seit 22.11.1902 verheiratet mit Franziska Rosalia Fritz (* 26.11.1875 Neulerchenfeld [Wien XVII], † ?). Seinem Sohn Georg (* 24.4.1907 Wien, † 15.5.1965 Wien) widmete er seine 1909 im Wiener Verlag Matzner erschienenen Kinderlieder, op. 29. Nach Kriegsende machte er sich als Finanzdienstleister selbständig (u. a. für den Schriftsteller Karl Schönherr) und entwickelte ein eigenes Buchhaltungssystem, das er in Kursen vermittelte. In den 1930er Jahren komponierte und textete er vorwiegend Schlager und Wienerlieder, die teilweise fälschlich J. Berg, mit dem er einige Male zusammengearbeitet hatte, zugeordnet wurden. 1934 gründete er am Standort Taborstraße 10 (Wien II), an dem er davor als Finanzdienstleister tätig war, den Ibis-Verlag, der nur ein Jahr bestanden haben dürfte. Veröffentlicht wurden in erster Linie eigene Schlager und Wienerlieder sowie Titel u. a. von G. Geiger, I. Thaler und K. Föderl. Zuletzt lebte D. als Schriftsteller in Wien III.

Ehrungen

  • Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille 1916 u. 1918
  • Rechnungsrat

Werke

Operetteneinakter (Der Herr Magister [T: A. R. Mayer] UA ?.7.1908 Sommertheater Stalehner [Wien XVII], Zum Frauenparadies [T: S. B. Tellheim] UA 1.1.1910 Colosseum [Wien IX]); Orchesterstücke; Chorwerke; Lieder; Kinderlieder; Schlager (Training, Komm’, schenk’ mir Dein Vertrauen, Ein zarter Klang, der Liebe Lied [T: jeweils R. D.], Märchen träumt man nur in Wien [T: Otto Forst-Berg = J. Berg]); Wienerlieder (Da jauchzen die Geigen, Dem alten Steffel zum 500. Geburtstag, Heimatland Österreich, Vaterstadt Wien [T: jeweils R. D.].

Schriften

Literatur

  • Stieger II/1 (1977)
  • Radio Wien 30.7.1937, 3
  • Wr. Ztg. 22.7.1900, 2, 26.5.1908, 2
  • Neues Wr. Tagbl. 21.7.1908, 10, 4.1.1910, 13
  • Neues Wr. Journal 2.7.1909, 9
  • Wr. Montags-Journal 10.1.1910, 5
  • Pester Lloyd 30.12.1916, 10
  • NFP 25.7.1920, 20
  • ÖNB Hss.slg., Brief v. R. D. an K. Schönherr v. 12.5.1924 (Autogr. 587/73-1 HAN MAG)
  • Trauungsbuch der Pfarre St. Karl-Borromäus (Wien IV) 1902–04, fol. 46
  • www.friedhoefewien.at (9/2022)
  • eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Bibliothekskat.e; Verordnungsbll. für die kaiserlich-königliche Landwehr)

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

10.11.2022

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Danberg (Dannberg, Danneberg), Raimund (eig. Kohl, Raimund Pius Johann)“ (10.11.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003dcde6 (abgerufen am )

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