Collegium musicum

Kleiner privater bis semi-privater Dilettanten-Musikzirkel, gebildet aus Mitgliedern und Studenten der Univ.

Im österreichischen Raum ist dieser Terminus nicht nachweisbar und diese Tradition an der alten Univ. bis zum Ende des Barock offensichtlich wenig verbreitet gewesen. Im Gegensatz zu Deutschland ist diese Form des Musizierens peripher, an der mittelalterlichen Univ. (Wien) sogar verpönt gewesen. Erst unter dem Einfluss des Humanismus (C. Celtis) ändert sich die Einstellung zur praktischen Musik: Im Collegium poetarum wird eine Synthese von Dichtung, Rezitation und Musik angestrebt. Diese Verbindung von Text und Musik (im Gegensatz zum kammermusikalischen C. m. des protestantischen Deutschland, z. B. in Leipzig) bleibt auch an der Jesuiten- (Graz) bzw. Benediktiner-Univ. (Salzburg) bestimmend. Die junge Musikwissenschaft versuchte eine Wiederbelebung der Musiktradition an den Univ.en, griff dabei aber das C. m. in der deutschen Tradition auf (z. B. G. Adler in Wien). Trotz einiger ambitionierter Einzelversuche konnten sich Collegia musica an den österreichischen Univ.en jedoch nicht etablieren.

Literatur

Autorin

  • Elisabeth Th. Hilscher

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Collegium musicum“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00020990 (abgerufen am )

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