Büllhäfen

Dialektausdruck für Brummtopf

B. bezeichnet einen irdenen Topf, dessen ausgebrochener Boden von einer Membran (Schweinsblase oder dünne Lederhaut) überzogen wird. Durch diese wird eine dicke, geharzte Schnur oder der Rest einer Bassgeigensaite gezogen. Beim Reiben der Schnur gibt der Topf „büllende“ (= brüllende) Töne von sich. Das Gerät wurde im Fasching bei Umzügen und Heischebräuchen und auch beim „Brechelschreck“ (Erschrecken der flachsbrechelnden Frauen durch die Burschen) verwendet. Instrumentenkundlich handelt es sich um eine Reibtrommel, wie sie in vielen Ländern der Welt, u. a. als Brummtopf in Deutschland, als Rummelpot in Holland, als caccavella in Italien bekannt ist.

Literatur

Autorin

  • Gerlinde Haid

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Gerlinde Haid, Art. „Büllhäfen“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f990 (abgerufen am )

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