B. bezeichnet einen irdenen Topf, dessen ausgebrochener Boden von einer Membran (Schweinsblase oder dünne Lederhaut) überzogen wird. Durch diese wird eine dicke, geharzte Schnur oder der Rest einer Bassgeigensaite gezogen. Beim Reiben der Schnur gibt der Topf „büllende“ (= brüllende) Töne von sich. Das Gerät wurde im Fasching bei Umzügen und Heischebräuchen und auch beim „Brechelschreck“ (Erschrecken der flachsbrechelnden Frauen durch die Burschen) verwendet. Instrumentenkundlich handelt es sich um eine Reibtrommel, wie sie in vielen Ländern der Welt, u. a. als Brummtopf in Deutschland, als Rummelpot in Holland, als caccavella in Italien bekannt ist.
Literatur
- V. Geramb, Sitte und Brauch in Österreich 1948
- K. M. Klier, Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen 1956
- A. Haberlandt, Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs 2 (1959)
- NGroveDMI 1 (1984)
Autorin
- Gerlinde Haid
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2002Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid, Art. „Büllhäfen“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f990 (abgerufen am )
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