Brunner, Franz

* 1786 Ofen (Budapest), † 18.2.1845 Wien

Gitarren- und Harfenbauer

Nahezu alle bisher bekannten biographischen Angaben zu F. B. sind aus den Konskriptionsbogen seines Wohnhauses auf der Laimgrube Nr. 82 (Wien VI) zu gewinnen. B. wurde 1820 aus dem Militärdienst entlassen. Ab dem 28.7.1824 war er befugter Gitarrenmacher. Lt. einer Anzeige in der Wiener Zeitung aus diesem Jahr fertigte er Gitarren nach eigener Erfindung sowie Harfen. B. war verheiratet (Gattin Johanna, * 1792). Das Paar hatte mindestens sechs Kinder: Theresia (* 1820), Franz (* 16.7.1822), Carl (* 12.8.1824), Adelheid (* 1826), Rudolph (* 18.8.1829) und Josef (* und † 1836).

B.s Arbeit muss als qualitativ gut eingestuft werden. Darüber hinaus arbeitete er wiederholt an Verbesserungen. In der Anzeige von 1824 wird eine Pedalharfe mit doppeltem Hals beschrieben, bei welcher der Saitenzug symmetrisch wirkt, wodurch dem Verbiegen des Halses vorgebeugt wird. Bei der bei Keeß beschriebenen „Harpe amphionique“ handelt es sich um eine kleine und leichte Schoßharfe. Der Autor vermerkt, „die Erfindung zur Hervorbringung der halben Töne ist ganz neu“, beschreibt sie jedoch nicht näher. Eine Pedalharfe mit 43 Tönen in der Sammlung alter Musikinstrumente des KHM Wien (Inv. Nr. SAM 998) ist mit einem Jalousieschweller an der Rückseite des Resonanzkörpers ausgestattet. Dieser ist über ein zusätzliches Pedal zu betätigen und wurde lt. einer gravierten Inschrift „nach Angabe des Jos: Katschireck, Harfenspieler im K: K: Hoftheater verfertiget".

Bei dem von Prochart angegebenen B., der 1840 starb, und dessen Witwe noch im selben Jahr die Befugnis zurücklegte, ist – auch aufgrund der archivalischen Quellen – anzunehmen, dass es einen weiteren Harfenbauer dieses Namens in Wien gab. Im Totenprotokoll ist darüber hinaus am 5.10.1831 das Ableben einer „Bruner Elisabeth, Harfenmacherswittwe und Pfründnerin“ vermerkt. Sie starb im Alter von 82 Jahren an Entkräftung.

Literatur

Autor

  • Rudolf Hopfner

Letzte inhaltliche Änderung

16.6.2025

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Hopfner, Art. „Brunner, Franz“ (16.6.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f97b (abgerufen am )

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