Bohák (Bohack), Johann

* 3.6.1755 Neganitz/Böhmen (Nechanice/CZ), † 14.11.1805 Wien

Orgelbauer

B. lernte zunächst bei Schreier in Kukus (Kuks/CZ) und anschließend bei Joseph Streussel (1732–76) in Grulich. Knapp vor dessen Tod erlangte er die Freisprechung und siedelte sich kurz danach in Wien an. Nachdem er hier am 26.2.1789 das Bürgerrecht erlangt hatte, wurde ihm ein neues Gewerbe zugesprochen. Angeblich baute er ab 1793 v. a. besaitete Tasteninstrumente, die er nach Ungarn, Dalmatien und Venedig verschickte. B. war der Cousin von J. B. Vanhal, der ihm Unterricht gab. Er starb 1805 an Bauchverhärtung und hinterließ seiner Witwe kein wesentliches Vermögen. Diese führte den Betrieb bis 1808 weiter. Danach dürfte das Gewerbe an Nikolaus Steinhauser übergegangen sein. Archivalische Quellen weisen B.s Tätigkeit an mehreren Wiener Orgeln sowie in Raab und Keszthely (Ungarn) nach. Erhalten ist eine 18-stimmige Orgel in Hohenruppersdorf/NÖ. In Mailand befindet sich ein Tafelklavier aus B.s Werkstätte. Ein bundfreies Clavichord von 1794, welches sich im Besitz von J. Haydn befand, steht heute im Londoner Royal College of Music.

Literatur

Autor

  • Rudolf Hopfner

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Hopfner, Art. „Bohák (Bohack), Johann“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f8f5 (abgerufen am )

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