Bella, Familie

Musiker:innen

Ján Levoslav (Johann Leopold): * 4.9.1843 Liptó-Szent-Miklós/H (Liptovský Svätý Mikuláš/SK), † 25.5.1936 Pressburg (Bratislava). Komponist, Dirigent und Organist. B. erhielt die erste musikalische Ausbildung von seinem Vater, dem Lehrer und Organisten Ján B. (1807–70), studierte Theologie in Banská Bystrica/SK und Wien, wo er privat musiktheoretischen Unterricht bei S. Sechter und G. v. Preyer nahm. 1866 Priesterweihe, Bekanntschaft mit E. Reményi, 1869 Stadtkapellmeister in Kremnitz (Kremnica/SK), erhielt 1873 durch F. Liszt ein Stipendium, das ihm eine Studienreise nach Deutschland ermöglichte. 1881 Konversion zum Protestantismus, Stadtorganist der deutschen evangelischen Gemeinde und Musikdirektor in Hermannstadt (Sibiu/RO), musikalischer Leiter des Hermannstädter Musikvereins und des Männerchors Hermania, lebte nach seiner Pensionierung von 1921–28 in Wien, danach in Pressburg. In seinen kirchenmusikalischen Kompositionen war B. vom Cäcilianismus geprägt, wobei er bestrebt war, das Ideal der Vokalpolyphonie (Palestrina) mit der romantischen Harmonik zu verbinden. Danach galt sein Interesse v. a. dem slawischen Nationalismus (gemeinsam mit dem Prager Komponisten und Musikkritiker J. L. Procházka), insbesondere der slowakischen Nationalmusik (Nationalstil) (z. B. Männerchöre Altslowakisches Vaterunser, Das Gebet des heiligen Kirill auf der Totenbahre). In seiner Oper zeigt er sich von Rich. Wagner beeinflusst.

Ehrungen

  • Ehrendoktor der Comenius-Univ. in Bratislava 1928

Werke

Kirchenmusik (Messen, Kantaten); symphonische Dichtung Sort et idéal [Schicksal und Ideal], Oper Wieland der Schmied (UA 1926); Kammermusik; Lieder; Chöre; Orgelwerke. GA, hg. von V. Godár 1997ff.

Schriften

  • über Kirchenmusik in Wiener Kirchenzeitung 17 (1864)
  • über slawische Musik in Dalibor 8 (1969)
  • Hudební listy 3 (1872)
  • Letopis Matice slovenskej 10 (1873)
  • über Kirchenorgeln in Siebenbürgisch-Deutsches Tagesblatt (1893), Nr. 6044–49
  • Art. unter den Pseud.en Poludničan, Janko Pravdomil

Sein Sohn

Rudolf: * 7.12.1890 Hermannstadt/H (Sibiu/RO), † 14.7.1973 Romanshorn/CH. Komponist und Dirigent. Studierte in Wien Komposition bei E. Mandyczewski und Dirigieren bei F. Schalk, Redakteur der Musikpädagogischen Zeitschrift, 1921–24 Dirigent in Czernowitz, 1925–39 Musikdirektor in Ravensburg/D, seit 1926 in Romanshorn.

Werke

Opern (Die welsche Pappel [früher: Hochzeit im Tode], Das Bildnis des Dorian Gray); Oratorien (Lebenszeit); Orchesterwerke; Kammermusik; Klavier-, Orgelmusik, Chorwerke; Lieder.

Seine Enkelin

Dagmar Bella-Sturli (1920–99): Studierte Klavier bei E. v. Sauer, ab 1945 Klavierlehrerin in Wien.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

22.5.2025

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Bella, Familie“ (22.5.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f83a (abgerufen am )

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