Beer, Joseph

* 7.5.1908 Grodék (Horodok/UA) bei Lemberg (L’viv/UA), † 23.11.1987 Nizza (Nice/F)

Komponist

Erste musikalische Ausbildung am Konservatorium in Lemberg. Nach der Matura auf Wunsch des Vaters Beginn eines Jus-Studiums, ein Jahr später Aufnahme an die Wiener MAkad. als Kompositionsschüler von J. Marx (1930 Abschluss mit Auszeichnung). Danach Kapellmeister bei der Ballettkompagnie von Rainer Simons, mit der er Tourneen durch Österreich und den mittleren Osten unternahm. Er lernte F. Löhner kennen, der in der Folge sein Agent und Librettist für seine drei Operetten, Der Prinz von Schiras 1934 (UA Zürich/CH), Die polnische Hochzeit 1937 (UA Zürich) und Nadel und Zwirn 1937 wurde. Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten gelang B. die Flucht nach Paris (Exil). Er übernahm Instrumentierungsarbeiten und soll in kürzester Zeit in einem Hotelzimmer ohne Klavier eine Oper für einen Züricher Dirigenten geschrieben haben. 1940 floh er zu seinem Bruder nach Nizza, wo er sich bis Kriegsende verstecken konnte. 1943 nach dem Tod der Eltern und der jüngeren Schwester im KZ Auschwitz (Oświęcim/PL) Rückzug in die Isolation. Nach Kriegsende verhängte er ein Aufführungsverbot aller seiner Werke für Deutschland und Österreich und betrat nie wieder österreichischen Boden. Studium der Musikwissenschaft an der Univ. Sorbonne in Paris (Dr. 1966). Seine Tochter Béatrice ist Sängerin und bemüht sich um die Verbreitung des Werkes ihres Vaters.

Werke

Operetten (Der Prinz von Schiras 1933 [T: L. Herzer, F. Löhner], Die polnische Hochzeit 1937 [T: F. Löhner, A. Grünwald, Nadel und Zwirn 1937 [T: Paul Frank, F. Löhner]); Opern (Stradella 1949 [T: Laszlo Lakatos], La Polonaise ca. 1977, Mitternachtssonne ca. 1987 [T jeweils: J. Beer]); Oratorium Ave Maria 1946.

Schriften

Literatur

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

15.10.2016

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Beer, Joseph“ (15.10.2016), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x002caf68 (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.