Bandltanz (Bändertanz)

Ein Gruppentanz um einen geschmückten Baum, von dem abwechselnd farbige Bänder herabhängen

Die Tanzenden fassen diese und legen sie im Zuge der von ihnen getanzten Linien zu Flechtmustern um den Baumstamm, die sie dann wieder ebenso zur Auflösung bringen. Meist wird nicht ein wirklicher Baum verwendet, sondern eine Stange, die von der Gruppe mitgetragen und am Tanzort von einem Burschen gehalten wird. Wegen seiner feierlichen Schauwirkung ist der Tanz in der österreichischen Volkstanzbewegung sehr verbreitet; früher dürfte er in Teilen der Steiermark und im Lungau/Sb heimisch gewesen sein. In Tamsweg im Lungau gehört er zum Tanzbrauchtum der Vereinigten, einer seit 1738 bestehenden Bruderschaft der Bürger. Ähnliche Tänze kennt man aus dem Odenwald/D, vom Taunus/D, aus Frankreich, England, Spanien, Südamerika und Ostindien. Man nimmt an, dass das Umtanzen eines Baumes als Symbol des Lebens auf vorchristliche Rituale zurückgeht; aus welcher Zeit der B. stammt, ist jedoch nicht nachgewiesen. Einige Figuren sind Kontratanzformen („Achtertänze“, Countrydance), wie sie am Land seit dem 18. Jh. aus modischen Gesellschaftstänzen übernommen wurden.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Gerlinde Haid

Letzte inhaltliche Änderung

30.3.2022

Empfohlene Zitierweise

Gerlinde Haid, Art. „Bandltanz (Bändertanz)“ (30.3.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f7d1 (abgerufen am )

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