ĀRT HOUSE

Künstler:innenkollektiv mit Sitz in Graz, gegründet 2020

2020 gründeten M. Hell, Thomas Höft und G. Kroneis in Graz den Verein für „Beiträge zu Verständnis und Fortschritt von Kunst und Kultur“, kurz Ārt House, und das Ensemble Ārt House 17; Obmensch und künstlerischer Produktionsleiter des Vereins ist Kroneis. Ārt House ist ein Kollektiv, das Künstler:innen aus den Bereichen Performance, Literatur, Cirque Nouveau, Musik, Theater und Bildender Kunst miteinander verbindet und spartenübergreifende Projekte von der Ausstellung über Konzerte und Bücher bis hin zu Videos verwirklicht. Mit dem Ensemble ĀRT HOUSE 17 produziert Ārt House vor allem Musiktheater für internationale Festivals. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf der historisch informierten Aufführungspraxis, die grundsätzlich neu definiert und vor allem um die Frage der Kontexte klassischer Werke erweitert wird. Dabei entstehen u. a. szenische Konzerte, „Early Musicals“ oder Überschreibungen von historischen Musikwerken. Komponist:innen, mit denen sich Ārt House intensiv auseinandersetzt, sind u. a. Claudio Monteverdi, A. Draghi, G. B. Pergolesi, W. A. Mozart, Georges Bizet, G. Rossini, R. Stolz und Maria Herz bis hin zu F. Geißelbrecht, Martina Eisenreich und K. Lang. Zahlreiche Produktionen von Ārt House wurden von Rundfunk und Fernsehen aufgezeichnet und weltweit gesendet.

Für Ārt House spielen Fragen nach Gender, Inklusion und Diversität eine große Rolle, wie etwa im Jahr 2025 die im Rahmen des Programms Creative Europe der Europäischen Union geförderte queerPassion zeigt, eine von Höft mit Leidensgeschichten queerer Personen überschriebene Johannes-Passion von J. S. Bach, die u. a. im Bachfest Leipzig/D, dem Wiener Konzerthaus und der Oper Antwerpen/B zu sehen war und vom Creative Europe Desk Austria als Best Practice Beispiel geehrt wurde. Ein weiteres Ensemble, das von Ārt House gegründet wurde, ist Fetish Baroque. Hier spielen Künstler:innen aus vielen Teilen Europas in Fetisch-Outfit, u. a. regelmäßig im AMUZ in Antwerpen. Das Ensemble Ārt House 17 arbeitet regelmäßig mit den Konzertmeisterinnen Alfia Bakieva, Lina Tur Bonet und M. Kubizek sowie mit Solist:innen wie Emma Kirkby, Sophie Daneman, Johanna Rosa Falkinger, Markus Schäfer, Benedikt Kristjansson und Dietrich Henschel zusammen und wird von Hell geleitet. Höft und Kroneis geben ihren Ansatz der Kunstvermittlung im Masterstudium Musik- und Theatervermittlung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, in Seminaren an der Bruckneruniversität Linz und in Schulprojekten in Deutschland weiter. Im 2020 gegründeten digitalen Salon Ārt House Zoom diskutieren unter der künstlerischen Leitung von Kroneis internationale Gäste aus Kunst, Wissenschaft und Politik über zentrale Fragen zu Verständnis und Fortschritt von Kunst und Kultur. Ārt House betreibt seit 2024 das Label Proud Peacock Records. Die Produktionen sind aufwändig in Buchform gestaltet und bieten zahlreiche essayistische Beiträge über Hintergründe und Kontexte der aufgenommenen Musik.

Ehrungen

  • Museums + Heritage Award 2026 „Best International Exhibition of the Year“ gemeinsam mit Schloss Eggenberg u. a. für „Ambition und Illusion. Schloss Eggenberg: Inszenierung der Welt“ (2025)
  • Nominierung zum International Classic Music Award 2025
  • Nominierungen zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2025

Werke

Alben: Sounds of Eggenberg 2025; Klaus Lang: emblemata sonantes 2025; Antonio Draghi: Das verwunschene Glück 2025; Haydn und die Sauschneider 2026.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

10.9.2026

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „ĀRT HOUSE“ (10.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.