Alphorn

In europäischen und außereuropäischen Gebirgsländern vorkommende Holztrompete

In Österreich wurde dieses ursprüngliche Hirteninstrument vorwiegend als Waldhorn bezeichnet. Die gerade Form wurde mittels ausgehöhlter Stammhälften eines Nadelbaumes hergestellt, die mit Rinde, Wurzeln oder Bast umwickelt wurden. Die gewundene große Form, ähnlich einer schlaufenförmigen Trompete, heißt in Österreich Wurzhorn, die kleine Flatsche. Der übliche Gebrauchstonvorrat reicht vom 4. bis zum 13. Naturton, wobei der 11., das Alphorn-Fa, typisch ist. Flatschen konnten auch zusätzlich bis zu drei Grifflöcher aufweisen, wodurch die Skala erweitert werden konnte. Mit mehreren Alphörnern konnte auf folgende Arten gespielt werden: 1. einstimmiges Unisono-Spiel, 2. mehrstimmiges Spiel mit gleichlangen (gleichgestimmten) Instrumenten, 3. einstimmiges, aber auch mehrstimmiges Spiel, z. B. mit 2 Alphörnern, die im Quartabstand stehen (z. B. G1, C). Die vereinigten Naturtonreihen erlauben das Spiel einer diatonischen und teils chromatischen Skala (ab h). Das Alphorn findet auch in der Kunstmusik, u. a. bei L. v. Beethoven (Pastoralsymphonie), J. Brahms (1. Symphonie), K. Schwertsik und E. Urbanner Verwendung.

Literatur

Autor

  • Gerhard Stradner

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Gerhard Stradner, Art. „Alphorn“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f6a9 (abgerufen am )

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